News from the world of electronic dance music. Delivered hot and sexy.

2010-04-06

Burnski - Coming Home EP (2020Vision)

Gleich beim ersten Blick auf Burnskis Myspace-Seite steht in großen Lettern "Vinyl" und ein paar Zeilen darunter dann: "Thank you for all nice messages and the digital label promos, but I only accept VINYL format. If this can be arranged, please message me for my postal address :)." Sehr sympathisch in Zeiten der Identitätskrise innerhalb der DJ-Community. Burnski zählt auf jeden Fall zu den jungen Künstlern auf der britischen Insel, die sich die Nächte als DJ um die Ohren schlagen und untertags in ihren Bunkern an den neuesten Sounds basteln - Dabei immer fokusiert auf die Herkunft dieser Musik. Burnski kehrt mit seiner neuesten EP zurück auf sein Heimatlabel 2020 Vision und so hört sich die Platte auch an. "Coming Home" stimmt uns mit einem angenehmen Piano-Led auf die sonnigeren Tage ein mit diesem leicht oldschooligen Houseschmäh. "Jigsaw" auf der B-Seite klingt leicht angedubed und lässt die einzelnen Sounds gekonnt ineinander fließen und sich ergänzen, womit Burnski seine Fähigkeiten als Produzent subtil unterstreicht. Zum digitalen Release gibt es dann noch "The Poet", die ich hier aber nicht besprechen werde, weil der gute Mann ja auch nur Vinyl als Promo entgegennimmt. :-)

Trackliste:
A. Coming Home
B. Jigsaw
Digital only: The Poet

Burnski - Coming Home EP - VÖ - 2010 - 04 - 19

2010-04-03

Left - Hammerwood EP (Cityfox)


Left nennt sich das neue Projekt von Gregorythme und Ariel Garcia und erscheint natürlich auf Cityfox. Selbstverständlich ist das nicht, aber in diesem Fall zu hundert Prozent legitim: Denn die zwei Produzent bringen mit ihrer Hammerwood EP genau diesen trockenen und leicht psychedelischen Sound in erstaunlicher Qualität. Einerseits durch die fast schon nerdig wirkende Perfektion des Labelchefs was das Mastering anbelangt, andererseits durch die Verwendung von analogen Synthesizern und Drummachines. Diese werden in die Mangel genommen und so lange bearbeitet, bis das erwünschte Resultat erzielt ist. Das kann sich wie immer auch hören lassen. Der Titeltrack auf der A-Seite baut sich stetig auf bis sich nach drei Minuten die gesamte Tragweite der ausgefuchsten Produktion eröffnet. Jeder Sound sitzt genau am rechten Platz , nichts überlagert sich und das auf über elf Minuten Spielzeit. "Hell's Heat" geht in eine ähnliche Richtung, wirkt aber eine Spur majestätischer, denn der Leit-Synth trägt das Stück empor; dorthin, wo die Luft bereits ziemlich dünn wird. Sauerstoffflaschen nicht vergessen und Dekrompessionskammer bereithalten.

Trackliste:
A. Hammerwood
B. Hell's Heat

Left - Hammerwood EP - VÖ - 2010-05-05

Auch nicht schlecht: Der erste Labelmix auf Cityfox kommt vom neuen Resident und Wahlwiener Markus Lindner. Dort sind unter anderem auch die beiden Stücke von Left zu hören.

CITYFOX LABELMIX 01 mixed by MARKUS LINDNER by CITYFOX

2010-03-15

Ellen Allien - New Album "Dust" (bpitchcontrol)


Ellen Allien geht auf ihrem fünften Album den Weg, den sie 2006 mit "Orchestra of Bubbles" gemeinsam mit dem fabelhaften Apparat einschlug, in Richtung Indietronica weiter, jedoch auf weit weniger charmante Weise: Im Großen und Ganzen schwebt die Musik auf "Dust" in einer fragwürdigen Zwischenwelt aus Electronica und Pop. In den elektronischeren Momenten ("Should We Go Home", "Dream") scheint die technisch-maschinelle Distanziertheit ihrer frühen Produktionen nach wie vor durch. Heute jedoch pulsieren die Kickdrums nur noch sanft, sind leider meist umspielt von allerlei elektronischem Gebrause und Gepfeife, hinzu kommt Ellens dünnes Stimmchen, gerne auch als Flüstern übereinander geschichtet. Eine unbehagliche Grundstimmung, die eher entrückt als cool wie Sau wirkt. Somit werden die poppigeren Songs ("You", "Sun The Rain") zu den Silberstreifen am Horizont des Albums (Lichtblicke wäre zuviel gesagt). Durch Zugabe von Gitarren! Melodien! Klarinette! ("My Tree") machen sie einen Schritt aus der Dämmerung heraus; dennoch wird man das ungute Gefühl beim Anhören von "Dust" einfach nicht los.

Trackliste:
1. Our Utopie
2. Flashy Flashy
3. My Tree
4. Sun The Rain
5. Should We Go Home
6. Ever
7. You
8. Dream
9. Huibuh
10. Schlumi

Ellen Allien - Dust (bpitch control / Kompakt) VÖ 2010 - 05 - 17

2010-03-10

Mossa - Festine (Thema)


„Festine“ lautet der Name des zweiten Albums des Frankokanadiers Mossa. Selten schafft ein Künstler eine derartige Vielfalt auf Albumlänge zu produzieren, denn dieses Werk funktioniert nicht nur im Klub, sondern auch über und unter dem Regenbogen. Hier wird eine ganze Subkultur bedient, ohne dabei willkürlich zu wirken. Das erste Anzeichen für Frühling in der Welt des Minimaltechno.

Trackliste:
01. Milou
02. Blush
03. Tough Love
04. New Tork feat. Mathias Kaden
05. I Am You feat. Qzen
06. Pirator
07. Churros feat. Mike Shannon
08. Burn Star
09. Java
10. Cop A Feel feat. Dave Aju
11. Virga feat. Pezzner
12. Romancing The Bone
13. Buleria
14. The Last Kiss
Digital Bonus: Heather's Feathers

Mossa - Festine - VÖ - 2010 - 03 - 03

2010-03-09

MATHIAS SCHAFFHÄUSER VS. VARIOUS ARTISTS - RE:3 / SELECTED REMIXES VOL.3 (WARE)


Ware-Chef Mathias Schaffhäuser versammelt zum nunmehr dritten Male seine jüngsten Remix-Arbeiten zur besseren Übersicht auf einem Tonträger. "Re:3/Selected Remixes Vol. 3" klingt wie aus einem Guss: Die für Schaffhäuser typischen, unerbittlich vorwärtstreibenden Beats ziehen sich als roter Faden durch die selten unter acht Minuten dauernden Tracks, diverse Vocals und deren Schnipsel sowie Flächen verschiedenster Art sorgen dafür, dass die Musik trotz des verhältnismäßig hohen Tempos deep und knackig bleibt. Unbedingt Erwähnung finden sollte der exklusive Remix von "You laugh at my face" von Patrick Cowley & Jorge Socarras, die den trockenen, darken Synthie-Funk schon Ende der Siebziger Jahre für sich entdeckten, und deren Ästhetik Schaffhäuser auch in seiner Bearbeitung respektvoll beibehält.

Trackliste:
01. Henneberg & Stiller – Pluracell
02. Philogresz – Move Me
03. Leigh Morgan – Play Misty For Me
04. Faust - T-Électronique (original version)
05. Gunne feat. Delhia de France - The Awakening
06. Breger - Deine Therapie
07. Nooncat - Yoji (short version)
08. M2 - M2.02.01 (short version)
09. Patrick Cowley & Jorge Socarras – You Laugh At My Face
Digital Bonus Track: [a]pendics.shuffle – No Reduction



Matthias Schaffhäuser Vs. Various Artists - Re:3 / Selected Remixes Vol. 3 (Ware/Kompakt) VÖ 2010-03-12

Ken Hayakawa - Thank You For Listening EP (Tjumy Records)


Ken Hayakawa ist bereits weit über die Grenzen Wiens bekannt, nicht nur wegen seiner stets gehaltvollen DJ-Sets, sondern auch aufgrund seiner Releases auf Musik Gewinnt Freunde, Vekton, Gigolo und nun auf Tjumy Records. Seine erste EP auf dem Wiener Deephouse Label enthält drei Tracks und spiegelt seine Musikalität wie auch Kreativität bis ins kleinste Detail wieder. Der erste Track auf der EP "Thank You For Listening" hört auf den klingenden Namen "A Little House In The Deep Blue Sea". Satte Bassline, volle Kickdrum und ein herrlicher Perkussionloop bilden das Grundgerüst. Nach und nach fügt er Element für Element hinzu, bis man sich im übertragenen Sinn auf einem Houseboot auf offener See wähnt. Das Titelstück "Thank You For Listening" rollt deep und kraftvoll los und das japanische Vocalsample unterstreicht charmant die Herkunft von Hayakawa. Eins-A produziert und perfekt für den Dancefloor. "At The Moment", die dritte Nummer im Bunde, rundet durch die Slowmotion-Attitüde die EP herrlich ab. Ein Release der erneut unterstreicht, dass Wien groß im Kommen ist. Bravo!

Trackliste:
A1. A Little House In The Deep Blue Sea
B1. Thank You For Listening
B2. At The Moment


Ken Hayakawa - A Little House In The Deep Blue Sea by Tjumy Records

Ken Hayakawa - Thank You For Listening EP - VÖ - 2010 - 03 - 19

2010-03-08

Tolga Fidan - Sexually Responsive EP (Freak n'Chic)


Tolga Fidan gehört zu der nächsten Generation von Techno-und House-Live-Acts. Gerade erst hat er auf seiner Homebase, dem Label Vakant die grandiose EP "Gaijin" veröffentlicht, nun folgt auch schon sein Einstand auf dem Pariser Lieblingslabel Freak n'Chic. Der Titel "Sexually Responsive" wird zum Programm gemacht. "Nised" wartet mit einem bezaubernden sexy Vocal auf, das sofort verzaubert. Auf der B-Seite bekommen wir dann einen "Downer N°5", der aber mehr Upper ist, weil der Groove - einmal drinnen - einen von Kopf bis Fuß zappeln lässt. Fidan ist einer der Produzenten, die es schaffen über zehn Minuten lange Tracks zu basteln, in denen keine Langeweile aufkommt. Wir sind gespannt auf das Feedback der Tänzer am Floor.

Trackliste:
A1. Nised
B1. Downer N°5

Tolga Fidan - Sexually Responsive EP - VÖ - 2010 - 03 - 24

2010-03-06

Various Artists - Sound:Frame 2010 Festival Compilation









Das Sound:Frame Festival 2010 steht vor der Tür und damit die Vorfreude darauf noch größer wird, bekommt man über die äusserst sympathische Downloadplattform Zero" in Kooperation mit The Gap vorab eine Festivalcompilation die es in sich hat - gratis. Da es sich hier um ein audiovisuelles Spektakel handelt, sind die dreizehn Stücke bis zur Hälfte mit Videos von Visualisten wie Planningtorock, Timo Novotny und Karl Kuehn versehen. Dass es auch die österreichsichen Musikschaffenden drauf haben, stellen unter anderem Johannes Lehner (DoEasy Rec.), Fauna (Flexschallplatten), Ken Hayakawa und Channel-F (Schönbrunner Techno) unter Beweis. Ein Vorgeschmack auf ein Festival in allen "Dimensions".

Trackliste:
01. Principles Of Geometry - A Stereoscopic Show
02. Planningtorock - Have It All (Video by Planningtorock)
03. Das Synthie Modul - Neutralmasse Geräte (Video by Karl Kuehn)
04.Lusine - Two Dots (Video by Britta Johnson)
05. Sofa Surfers - Playing The Game (Video by Timo Novotny)
06.Microthol - Binary Systems (Video by Modefey)
07. Depart - Umps Unzin (Video by Depart)
08. Soundframe - Festival Trailer
09. Johannes Lehner - No Matter
10. Fauna - Set It On Fire
11. Channel-F - The 3rd Unit
12. Ken Hayakawa - Sunday Weekend
13. Evil Eye - The Understae feat. Johnny Bliss

Various Artists - Sound:Frame 2010 Festival Compilation - VÖ - 2010 - 03 - 06

2010-03-04

AUFGANG - BAROCK (INFINÉ)


Selten schieden sich an einer Platte so sehr die Geister der etforce-Schreiber: Während sich Moogle und meine Wenigkeit vom ersten gemeinsamen Album des Trios Aufgang (bestehend aus den Pianisten Francesco Tristano und Rami Khalifé sowie dem Drummer Aymeric Westrich) zu Begeisterungsstürmen hinreißen ließen, befand Kid Soylent ihren eigenwilligen Hybrid aus Piano-Klassik und elektronischen Ästhetiken von Dub bis Techno hier als manieriert bis geschmäcklerisch. Bei den nun folgenden Remixen des Tracks "Barock" dürfte man sich wieder einig sein: Eine der drei Bearbeitungen ist großartig, die anderen beiden recht verzichtbar. Unschwer zu erraten, dass es der Remix von Minimal-Großmeister Robert Hood ist, der die Herzen erfreut. Vom Original hat er das leichtfüßige Spiel mit Synkopen übernommen; der vershuffelter Tech-House-Track zeichnet sich durch starken Drive und die auch hier immer noch dominierenden Piano-Sequenzen als Melodie aus. Der französische Produzent Mondkopf entschleunigt die Nummer, paart Electro- (kreisende Synthielines! schleppende, rauschige Beats!) mit I.D.M.-Ästhetiken; das braucht man nun nicht so unbedingt wie die Luft zum Atmen. Der Remix des Trios Wareika wird zwar im Pressetext als „influenced by World Music and Free Jazz“ angedroht, entpuppt sich aber als dahinplätschernder, hm, sphärischer Electro mit wenig Bezügen zum Original. Ein Hoch auf Robert Hood! Ein Hoch auf Aufgang (von mir)!

Trackliste:
A Barock (Robert Hood remix)
B1 Barock (Mondkopf remix)
B2 Barock (Wareika remix)



Aufgang - Barock (Infiné / Disocgraph) VÖ 03-2010

2010-03-03

Gadi Mizrahi - Can't Stop This Feeling EP (Simple)


Langsam bekomme ich das Gefühl mich in diesem Blog zu wiederholen. Aber die Musik, die aus dieser Ecke der Welt, aus dieser elustren Runde an Produzenten und DJs kommt, ist einfach zu gut um nicht darüber zu berichten. Gadi Mizrahi, die eine Hälfte von Wolf+Lamb und der momentane Lebensabschnittspartner von Deniz Kurtel, releaste nun auf dem AUS Music Tochterlabel Simple, was gezielt mehr in Richtung Dancefloor und House geht, als der große Bruder. "Can't Stop This Feeling" spiegelt Gadis emotionale Welt des letzten Sommers wieder und die damit verbundenen Höhen und Tiefen des Verliebtseins. Sehr perkussiv und leicht ins Ohr geht dieses Stück. Lee Curtiss - einer der Repräsentanten des jungen Detroit - setzt mit seinen eleganten Chords dem Original noch mal ein Schauferl drauf und arbeitet das Vocal mehr in den Vordergrund. Sideshow hingegen geht mit seiner Version mehr in Richtung Afterhour, deeper und verträumter. Die Perkussions lassen sich gerade noch verorten, die Clap schwirrt im Raum unaufdringlich umher. Zum Schluss gibt es dann noch "Who's Gonna Love Me Tonight", welches durch den discoesquen Akkord und diesem souligen Vocalsample die letzten Winterdepressiönchen vertreiben wird. Somit steht dem nächsten "Summer of love" nichts mehr im Wege.

Trackliste:
1. Can’t Stop This Feeling
2. Can’t Stop This Feeling (Lee Curtiss Remix)
3. Can’t Stop This Feeling (Sideshow remix)
4. Who’s Gonna Love Me Tonight

Gadi Mizrahi - Can't Stop This Feeling EP - VÖ - 2010 - 03 -15

2010-03-02

Nicolas Jaar - Russian Dolls EP (Clown and Sunset)

Zum ersten Mal habe ich den Track "Russian Dolls" auf Nicos Myspace Seite 2007 gehört und war entzückt. Ich begann auf allen möglichen einschlägigen Seite danach zu suchen und wurde nicht fündig. Knapp drei Jahre danach erscheint nun auf seinem eigenen Label Clown and Sunset die EP von Nicolas Jaar, der schon auf Wolf+Lamb und Circus Company releaste (mit gerade erst 19 Jahren!). Das Original brennt sich sofort ein, denn diese Gitarrenklänge samt dieser Hook bekam ich damals schon nicht mehr aus dem Kopf. Ryan Crosson behält die Essenz des Stückes bei und verlegt es zusehends auf den Dancefloor. Ein "Must-Have", damals wie heute!

Trackliste:
A. Russian Dolls
B. Russian Dolls (Ryan Crosson remix)

Nicolas Jaar - Russian Dolls EP - VÖ - 2010 - 03 - 05

2010-02-18

Various Artists - Orientation EP (Cityfox Ltd)


Cityfox Ltd. ist das neue Sublabel der Züricher Stadtfüchse und ist quasi nur die logische Schlussfolgerung auf den stetig hochwertigen Output rund um die Alte Börse. Das Konzept dahinter: Es gibt keines; zu mindest behaupten sie dies. Denn von einer Veröffentlichung auf solch hohem Niveau können viele Labels in dieser Hemisphäre nur träumen. Canson macht mit "Sued" den Anfang und nimmt uns mit in eine poppige Minimalhouse-Romanze. Danach folgt "Near Harvest" von Eric Johnston feat. Franceso Tristano, die zunächst gemächlich drei Minuten zwischen Vogelgezwitscher und einem anmutigen Piano dahinsäuseln bis zur Break, nach der der Beat erst voll einsetzt. Phantastisch! Auf der B1 erscheint uns Lee Curtiss mit "The Glow", einer gefilterten Soulhymne, die zugleich auch ein Soul Clap Edit sein könnte. Den Schluss macht Gregorythme mit "Anger Management" in gewohnter Manier, jedoch verträumter und weniger verschroben als sonst, was ihnm aber wunderbar steht. Eine EP mit vier Tracks, von denen jeder in ein und der selben Nacht seine Zeit am Dancefloor findet. Ein geniales Konzept, auch wenn es laut Label keines gibt.

Trackliste:
A1. Canson - Sued
A2. Eric Johnston feat. Franceso Tristano - Near Harvest
B1. Lee Curtiss - The Glow
B2. Gregorythme - Anger Management



Various Artists - Orientation EP - VÖ - 2010 - 03 - 10

2010-02-17

Clara Moto, New Album "Polyamour" (InFiné)

In Bezug auf den Sound von Clara Moto wird gerne der unqualifizierte und abwertende Terminus „Mädchen-Techno“ bemüht. Der Titel des Albums und dessen zierliches Artwork von Kollegin Mimu steuern in diesem Fall zwar auch nicht in eine entgegengesetzte Richtung, aber bei genauerer Betrachtung sollte einem ob dieser Fehleinschätzung die Schamesröte ins Gesicht steigen. Auf „Polyamour“ wird anspruchsvoller Techno, fernab jeglicher Klischees, geboten. Clara bringt es fertig majestätische Stimmungen, oftmals auch düstere, zu kommunizieren ohne eine Sekunde lang Gefahr zu laufen manieriert zu wirken. Hooks sind punktgenau gesetzt, Soundfiguren sind fein eingegliedert, Breaks sind mit Bedacht gewählt und knackige Beats lassen jeden Zweifel ob vorhandener Ernsthaftigkeit verpuffen. Die poppigeren Stücke des Albums begeistern durch die Songwriting-Qualitäten der Musikerin und fügen ihrem Output nur noch eine weitere prächtige Nuance hinzu. Die club-tauglicheren Tracks verkommen nie zum reinen DJ-Tool, sondern Clara weiß immer im richtigen Moment Akzente zu setzen. „Polyamour“ ist ein stimmiges Techno-Album geworden, das die Künstlerin und ihre Arbeit gut widerspiegelt. Damit hat sich Clara Moto den Stempel 'Zukunftshoffnung' wohl endgültig abgewaschen. Der Olymp der Electronic Big Player hat seine Pforte bereits weit für sie geöffnet.

Trackliste:

1.) Emory Bortz

2.) Alma

3.) Deer and fox (feat. Mimu)

4.) Glove affair

5.) Song of exhaustion and ivory

6.) Goodnight twilight

7.) Joy of my heart (feat. Mimu)

8.) Threeminutes (Revisited)

9.) Silently (feat. Mimu) (Video Edit)

10.) Take a second

11.) The opposite is also wrong

Clara Moto, New Album "Polyamour" (InFiné / Discograph) - VÖ: Ende März

2010-02-12

Guillaume & The Coutu Dumonts - Breaking The Fourth Wall (Circus Company)


Guillaume & The Coutu Dumonts
ist einer der herausragensten Live-Acts in diesem Techno-House Zirkus, weil sich kein Set gleicht und die Interaktion mit dem Publikum für ihn als oberste Prämisse gilt. Somit erklärt sich auch der Titel seines zweiten Albums "Breaking The Fourth Wall" auf Circus Company einfach: Weg mit dem Schemadenken von Bühne und Dancefloor, hin zum Gesamtorganismus, wo nur mehr die Verschmelzung zum Ganzen zählt, hin zum kollektiven Orgasmus. Und so klingt auch das Album: Gespickt mit eingespielten instrumentalem Allerlei aus Guillaumes Umfeld angefangen von Labelkollegen DOP über Dave Aju und diversen Musikschaffenden, bekommt die Hörerschaft ein fulminates Werk vorgesetzt, dass sich in kein Genre einordnen lässt, weil es genreübergreifend funktioniert. So hat ein Album zu klingen im Jahr 2010. Grandios!

Trackliste:
01. Mindtrap
02. Can't Have Everything feat. dOP
03. 32TonnesdePigeons
04. OnTheLips feat. Dave Aju
05. Intermede
06. Discotheque
07. Unwelcome
08. Helicoptere
09. Walking The Pattern
10. Radio Novela feat. Dynamike
11. Decennie

Guillaume & The Coutu Dumonts - Breaking The Fourth Wall - VÖ - 2010 - 05 - 03

Maayan Nidam - A Turnaround EP (Freak n'Chic)

Maayan Nidam - die Frau mit den unzähligen Synonymen und dem deepsten Sound der Stunde - veröffentlicht zum ersten Mal auf dem Pariser Label Freak n'Chic ihre "A Turnaround" EP. Auf der A-Seite kommt mit "Perplexday" ein Deephousebassmonster auf uns zu und das geloopte Vocal fungiert als Pendant zum Subbass und macht die Nummer zum Rattenfänger am Dancefloor. Die B-Seite mit "You Break Me" erinnert eine wenig an ihren Track "Woods" auf Contexterrior, jedoch dort als Miss Fitz. Hier ist mehr Funkiness zu hören und man meint zwischen Kickdrum und Clap Maayans verschmitztes Grinsen zu erahnen. Leider nur digital erscheint "The Road To Recovery". Der Track rollt wie ein alter Chevy auf der Landstraße gen Osten vom Club heimwärts oder doch noch einen Sprung auf die Afterhour. Nassgeschwitzt vom Durchhören der EP sollte man danach unbedingt aufpassen sich nicht zu verkühlen.

Trackliste:
A. Perplexday
B. You Break Me
Digital only: The Road To Recovery


P.S.: Alle Tracks zum Anhören findet man auf der Myspace-Seite von Freak n'Chic.

Maayan Nidam - A Turnaround EP - VÖ - 2010 - 02 - 24

2010-02-11

Youandewan - Sub-Rosa EP (Magicbag)

Youandewan ist ein Newcomer aus Schottland und zeigt gleich mit seiner ersten EP auf dem ebenfalls jungfräulichen Label Magicbag, dass auch aus den nicht allzu sonnigsten Orten deeper, strahlender House kommen kann. Eröffnet wird die "Sub-Rosa" EP mit einer Reinterpretation von DOPs "Lighthouse". Charmant umwuselt Ewan Smith das Original und verpasst diesem seinen eigenen Tainte, der diesem fast besser steht als der Urfassung der drei Franzosen. "Dsico" ist nicht des legasthenikers Disco, sondern eine perkussive Housewaffe mit genügend Pomp für zwei. "Gloaming" klingt verträumter und mit dem repetitiven Klaviersample samt dem sehr gelungenen Subbass ist das eine eingehende Deephousenummer. Das nach dem Break einsetzende Vocal ist dann derart catchy, dass man nicht mehr davon loskommt. Das Finale macht "Movin'" und klingt von Beginn an anders als seine Vorgänger aufgrund der nicht so geraden Rhythmusstruktur, entwickelt sich aber mit der Zeit zu einem beachtlichen Laidback-Track, der ganz schön weit nach unten geht. Feiner Einstieg. Macht auf jeden Fall neugierig auf zukünftige Releases.

Trackliste:
A1. dOP - Lighthouse (Youandewan Dub)
A2. Youandewan - Dsico
B1. Movin’
B2. Gloaming

Youandewan - Sub-Rosa EP - VÖ - 2010 - 02

Joy Orbison - The Shrew Would Have Cushioned The Blow EP (AUS Music)


Joy Orbison muss wohl jedem, der sich für Hybriden aus Techno, House, Dubstep und Electronica interessiert, mindestens seit letztem Jahr ein Begriff sein. Mit seinem Track "Hyph Mngo" schaffte er es in die Topplatzierungen sämtlicher Polls und fixierte somit seinen Namen in den Musikredaktionen dieses Planeten. Nun erscheint Joy Orbison erstmalig auf AUS Music. Seine EP "The Shrew Would Have Cushioned The Blow" ist ein Destillat aus gebrochenen Beats, souligen Vocals, gesprochenem Text, melodischen Basslines, eindringlichen Harmonien und dem daraus entstehenden Flow, für den sein Namen nunmal steht. Herrlich abwechslungsreich und spannend in Einem. Da ist für jeden was dabei und wird wohl nicht nur von mir hoch bejubelt werden.

Trackliste:
A1.The Shrew Would Have Cushioned The Blow
A2. So Derobe
B1.The Shrew Would Have Cushioned The Blow (Actress’ Neu Haus So Glo Mix)



Joy Orbison - The Shrew Would Have Cushioned The Blow EP - VÖ - 2010 - 02 - 22

Gadi Mizrahi - I Can Never Get Enough EP (Spectral)


Gadi Mizrahi bringt die Sexiness zurück. Mit seiner ersten EP auf Spectral zeigt einer der beiden Hälften von Wolf+Lamb, dass es ihm hier um den Dancefloor geht und darum, Emotionen freizusetzen. Das Vocal "She Don't" klingt warm (Titel des gleichnamigen Tracks) über einem puren Housebeat; untermalt von einer simplen Synthline, bei der man sich nicht ganz sicher ist, ob sie Frohsinn oder doch Melancholie andeutet. "Oh Love" geht da schon direktere Wege und macht von der ersten Kickdrum an klar, dass hier 100 Prozent Euphorie freigesetzt wird - mit Hitpotential. Lowtec verwandelt "She Don't" in eine Afterhour-Schmuse-Version mit Kuschelhouse-Faktor. Den Schluss macht "I Can Never Get Enough" auf der man die Einflüsse von Prince deutlich hört. Eine schöne EP von Anfang bis Ende und geht eindeutig mehr Richtung Floor als die letzten Veröffentlichungen von Gadi Mizrahi.

Trackliste:
A1. She Don't
A2. Oh Love
B1. She Don't (Lowtec Remix)
B2. I Can Never Get Enough



Gadi Mizrahi - I Can Never Get Enough EP - VÖ - 2010 - 02 - 16

2010-01-26

Pompelmoessap / Ion Ludwig – Ave Leo / Spiritual Devil – (GS)

Was in Wien einst die Grundsteingasse war, ist in in Zürich die Grubenstrasse samt gleichnamigen Label. Auf dem mittlerweile siebenten Release sind nun das Trio Pompelmoessap und Ion Ludwig am Zug. "Ave Leo" kombiniert den Urrhythmus des Seins durch eine beflügelnde Melodie des klar-blauen Himmels und den profanen Drums von Mutter Erde. Ein wahrer Lichtblick auf dem Dancefloor. Auf der B-Seite offeriert Ion Ludwig mit "Spiritual Devil" einen Protestsong gegen die Flut von zweidimensionale Techhouse-Tracks die einem Tag für Tag entgegenschwappen. Hier geht es um Zeitlosig- und Langlebigkeit; nicht um einen kurzen Moment in der rasanten und hedonistischen Feiergesellschaft und mit den dazugehörigen unzähligen Schlafzimmerproduzenten.

Trackliste:
A1. Ave Leo
B1. Spiritual Devil



Pompelmoessap / Ion Ludwig – Ave Leo / Spiritual Devil – VÖ - 2010 - 02 - 22

2010-01-25

Deniz Kurtel - Yeah EP (Crosstown Rebels)


Deniz Kurtel releast ihre erste EP mit dem nach purer Euphorie klingenden Namen "Yeah" auf dem Label Crosstown Rebels, welche zugleich der Vorbote ihres Debutalbums ist. Der Titeltrack ist genau so ein Stück Musik, an das man sich am Morgen nach der Party erinnert und sich fragt:"Verdammt. Was war denn das für eine Hymne gestern?!" Straighte Kickdrum, volle Clap und das Vocal von Guest of Nature machen genau das daraus. Dazu kommt die EP mit zwei Remixen von Labelkollegen Jamie Jones. Der Shower Curtain Mix zerhäxelt das Vocal und den Beat und gibt dem ganzen noch mehr Pep und der Aquafunk Mix geht es ruhiger an samt funky Gitarrenriff. Da steigert sich die Vorfreude auf das Album - welches Ende Februar erscheinen wird - ins Unermässliche.

Trackliste:
A1. Yeah (Original mix)
A2. Yeah (Jamie Jones Shower Curtain mix)
B1. Yeah (Jamie Jones Aquafunk mix)

Deniz Kurtel - Yeah EP - VÖ - 2010 - 02 - 08

2010-01-22

Various Artists - Document Pt.1 (Spectral Sound)


Ryan Elliot ist nicht nur einer der begnadetsten DJs auf unserem Globus, sondern auch zuständig für das Projekt "Document", welches 2010 nach und nach auf dem kleinen Sublabel von Ghostly - nämlich Spectral Sound - erscheinen wird. Die erste Auskopplung hat es da bereits in sich: Martinez remixt Seth Troxlers und Matthew Dears "Hurt" und verpasst dem Stück ein für ihn typisches Percussion Kleidchen im feinsten Techhouse Zwirn. Ryan Crosson schlägt mit "Don't Look Further" eine ähnliche Richtung ein, jedoch eine Spur dünkler, aber mindestens genau so treibend und damit direkt auf den Dancefloor abzielend wie zuvor Martinez. Der letzte dieser drei Musketiere Lee Curtiss zeigt sich von seiner besten Seite und lässt auf "Life Lessons" herrlich-ehrliche Claps aufzischen und Kicks rollen in bester Minimal-Tradition, sodass dann das all zu bekannte Vocalsample nur noch ein breites Grinsen in das Gesicht der Tanzwütigen treiben kann.

Trackliste:
A1. Seth Troxler feat Matthew Dear – Hurt (Martinez Dark Soul remix)
A2. Ryan Crosson – Don’t Look Further
B1. Lee Curtiss - Life Lessons

Various Artists - Document Pt.1 - VÖ - 2010 - 02 - 16

2010-01-21

Thomas Hamman & Gerd Janson - New Mix "Live at Robert Johnson Vol. 4" (Live at Robert Johnson)


Nach Chloé, Prins Thomas und Ivan Smagghe geben sich auf der neuen Robert Johnson Compilation zwei der langjährigen Residents die Ehre. Seit bald zehn Jahren hosten Thomas Hamman und Gerd Janson die Liquid-Nächte im Offenbacher Robert Johnson. Ihre Liebe gehört seit jeher der Housemusik mit hohem Mehrwert, wie etwa Janson auch auf seinem Label Running Back unter Beweis stellt, das für – genau! – allerfeinsten House steht und aus guten Grund als Dauergast in diversen Bestenlisten fungiert. Das Set der beiden ist also ein fabulöser, klassisch-deeper Mix, der in manchen Momenten einen Blick gen Disco wagt. Funktioniert als Auskennerplatte ebenso wie als anziehendes Set zum Tanzen.

Trackliste:
1. Juicy Fruit - Liferaft (Original Mix)
2. DJ Du Jour - A Fish Scene
3. Lontano - Lovebass
4. Fresh Tunes#2 - W.B.W.U.
5. Dr. Nobody - The Big Bang Theory (Stephan G & The Persuader Remix)
6. Azymuth - Jazz Carnival (Global Communication's Space Jazz Mix)
7. Chez Damier - Take It Away A (KMS 049)
8. Chez Damier - Take It Away B2 (KMS 049)
9. John Nick Presents Red Hook Dreams - Your Love (Kenny Dope's Remix)
10. Soundstream - Makin' Love
11. DJ Duke - Can You Feel It
12. Radio Slave - Tantakatan
13. DNTEL - (This Is) The Dream of Evan and Chan (Superpitcher Kompakt Remix)

Thomas Hamann & Gerd Janson- "Live at Robert Johnson Vol.4" (Live at Robert Johnson) VÖ 25-01-2010

Kammerflimmer Kollektief – New Album "Wildling" (Staubgold)


Ein goldenes Flimmern – das Karlsruher Kollektiv beeindruckt auch auf seinem achten Album durch musikalische Schönheit und Tiefe. Flagoletttöne, getragene Bass-Pizzicati, Stimmen-Gewisper und (Vibrato-)Gesänge von Heike Aumüller in scheinbar fremden Zungen – melodiöse Soundscapes! Kammerflimmer Kollektief eröffnen mit „Wildling“ erneut einen Freiraum, ihre sehr persönliche Luftblase zwischen den Welten und Stilen, sie schweben weiterhin irgendwo zwischen Jazz, Electronica, Krautrock, Pop und Ambient. Ihre Musik strahlt eine unaufdringliche Anziehungskraft aus, ein stilles, aber intensives Leuchten, das nicht blendet, dem man sich jedoch nur schwerlich entziehen kann.

Kammerflimmer Kollektief - Wildling (Staubgold) VÖ 02-02-2010

Ewan Pearson - New Mix "We are proud of our choices" (Kompakt)


Nur wenigen wurde die Ehre zuteil, für Kompakt einen Mix zu erstellen; der Brite Ewan Pearson erweist sich dieser Aufgabe als würdig. Groß sind seine Vorgänger, zählen doch zu den wenigen auf Kompakt erschienenen Mix-CDs Kleinode wie Michael Mayers „Immer“ oder DJ Kozes „All People Is My Friends“. Der nicht minder zu schätzende Ewan Pearson erschafft eine exquisite Zusammenstellung von melodiösem, verspielten Tech-House, die in keiner Sekunde cheesy, in allen Momenten elegant und auch tanzbar bleibt. Die Musikauswahl ist vorzüglich, enthält einige versteckte Juwelen (etwa die Tracks von Yosa oder RMNVN, dem neuen Projekt von Roman Flügel und Ivan Smagghe), mit Pearsons eigenem Edit von Little Dragons „Fortune“ einen exklusiven Track sowie mit „Blue Steel“ der Pariser Bot´Ox das vielleicht schönste mögliche Abschlusslied. „We are proud of our choices“ nennt er seinen Mix, ein idealer Titel, denn stolz kann er darauf allemal sein.

Trackliste:
1. Lemonade - Bliss Out (Gold Panda Remix) / Pitch and Hold: We Have Come to Bless Dave Smith
2 A Ldric - Birds on Tree
3 .RMNVN - Uno
4. Lusine - Cirrus
5. Wah Chu Ku - T Times Too
6. Yukihiro Fukotomi / Foog - Open Our Eyes
7. Neville Watson - Full Flight
8. Taron-Trekka Shiroi
9. Hot Natured - Equilibrium
10. DXR - Faderpushing Sunday
11. Yosa - Margaret
12. Gregor Tresher - The Life Wire (Petar Dundov Variation)
13. Xenia Beliayeva - Analog Effekt
14. Chris Fortier - Sunday Is a Travel Day (Ink & Needle's Skybed Remix)
15. Al Usher - Silverhum (John Talabot's Wilderness Remix)
16. B.D.I. - City & Industry (World Balloon Dub Mix)
17. Little Dragon - Fortune (Ewan Pearson Edit)
18. Bot'Ox - Blue Steel



Various Artists / Ewan Pearson - We are proud of our choices (Kompakt) VÖ 15-02-2010

VARIOUS ARTISTS - POP AMBIENT 2010 (KOMPAKT)


Aus der Kompakt´schen Wunderwelt kommt in solcher Regelmäßigkeit Fabelhaftes, dass es schon fast langweilig wird. Zum nunmehr zehnten Male präsentiert der große Wolfgang Voigt zum Jahresbeginn das Allerfeinste aus dem Bereich der beatlosen Musik. Jörg Burger als Triola spielt ebenso wie Thomas Fehlmann mit an- und abschwellenden Flötensounds, Voigt selbst setzt auf „Zither und Horn“, welchen er die wohl zartest-möglichen Töne entlockt und damit gar an ferne Sonnenuntergänge hinter schneebedeckten Gipfeln erinnert. Gitarren-Getröpfel und ätherische Frauenstimmen wie bei den gleich zweimal vertretenen Newcomern Brock Van Wey/BVDUB verträgt man eher weniger gut, wunderschön sind dafür die fanfarenartigen Hörner von Jürgen Paape und DJ Kozes Streicher und Klavier. Als Ausflug in ein filigranes Paralleluniversum sei die Zusammenstellung wie immer allen ans Herz gelegt.

Trackliste:
1. The Sound Of One Lip Kissing - Marsen Jules
2. Lest You Forget - Brock Van Wey/bvdub
3. Schildergasse - Triola,
4. Zither Und Horn - Wolfgang Voigt
5. Clouds Across Face - Andrew Thomas
6. Glen Coe - The Orb
7. Blue Items - Mikkel Metal
8. Bodenweich- DJ Koze
9. 864M - Jürgen Paape
10. Therefore - Dettinger
11. In The Wind - Thomas Fehlmann
12. Deutz Air - Popnoname
13. Will You Know Where To Find Me - Brock Van Wey/bvdub

Pop Ambient 2010 (Kompakt) VÖ 18-01-2010

2010-01-20

Cobblestone Jazz - Chance EP (Wagon Repair)


Das Trio rund um Mathew Jonson releast die Tage ihre neue EP "Chance" natürlich auf des Masterminds Label Wagon Repair. Auf der A-Seite befindet sich der Titeltrack in der Dub Version, die zum Abheben einlädt. Die Baseline kommt schön von unten und der Leitsynth mäandert nicht im geringsten, sondern verleiht dem Ganzen eine Art von Halt samt Popappeal, zu welchem jeder rosa Elefant dazu tanzen würde. Die Rückseite im Original weist den typischen Cobblestone Jazz Sound vor: Tiefe Bässe, satte Drums, verzerrte Vocoderstimme und natürlich das Fender Rhodes. Das alles wird dann charmant kombiniert und perfekt arrangiert. Am Boden gebliebener Future-Techno-Jazz nicht nur für den Club.
Übrigens: Hier handelt es sich nur um den Teaser zum zweiten Album "The Modern Deep Left Quartet" bei dem nun auch The Mole mitwirkt.

Trackliste:
A. Chance Dub
B. Chance

Cobblestone Jazz - Chance EP - VÖ - 2010 - 02 - 22

2010-01-19

Sycophant Slags - Keep Off EP (Poker Flat)


Gerade haben wir noch von Mr. C geschrieben, schon erscheint mit seinem Partner-in-Crime Adultnapper die Sycophant Slags EP "Keep Off" auf Pokerflat. Das Original könnte man in die Sparte "Modern underground House" stecken. Passt auch, denn die Produktion ist klar, dicht und gut herausgearbeitet und der Groove sitzt am rechten Fleck. Die Vocals von Mr. C machen daraus dann noch einen gelungenen Ohrwurm. Dazu kommen noch die Remixe von Reboot und den Wighnomy Brothers. Ersterer verpasst dem Stück seine typischen Percussion-Sounds, kommt jedoch mit seiner Interpretation nicht an das Orginal heran. Dagegen ist die Version von den Wighnomys ein wahrer Hit: Ihre typischen Soundelemente samt dem tiefer gelagerten Vocal machen den Remix zu einer wahren Floorbombe. Feiner Neueinstieg von Sycophant Slags, der Lust auf Mehr macht.

Trackliste:
A1. Keep Off
A2. Keep Off (Reboot Remix)
B. Keep Off (Wighnomy Brother’s Detroittobrieflyshort-ulle Remix)

Sycophant Slags - Keep Off EP - VÖ - 2010 - 02 - 15

Various Artists - Club Transmediale Compilation 10 (Zero-Inch)


Zum bereits zehnten Mal findet nun "Club Transmediale" in Berlin statt und ist nicht nur dort jedem Musikliebhaber ein Begriff. Ebenso vielfältig wie das Programm des Festival mit all seinen Partys, Panels und Workshops gestaltet sich auch die dazugehörige Compilation. In Kooperation mit DE:BUG gibt es die Zusammstellung von 15. Jänner bis 07. Februar beim äußerst sympathischen Mp3-Download-Portal Zero-Inch gratis zum runterladen. Die dreizehn großartigen Tracks variieren zwischen Experimentalmusik, Clubsound und Pop, wodurch ein interessantes Spannungsfeld entsteht. Obendrein erhält man zum Download auch noch den Trailer zu Richie Hawtins Projekt "Contakt". Grossartig & Gratis - was will man mehr!













Martin Schulte - Odysseia (Lantern)


Martin Schulte
ist das Synonym des 21 jährigen Russen Marat Shibaev, welcher bereits sein zweites Album mit dem Namen "Odysseia" auf dem Label Latern veröffentlicht. Hier vertont er den rauhen und dunklen Herbst und Winter Russlands, denn in diesem Zeitraum sind diese elf Stück auch entstanden und bilden damit das Gegenstück zu seinem ersten Album "Depth of Soul" (ebenfalls auf Latern erschienen). Gehaltvoll und dubbig, atmosphärisch und weit klingen seine Soundgebilde, die einem Raum geben um sich darin umzuhören. Ein weit mehr als nur gelungenes Album, was einen von Innen her wärmt wie russischer Vodka. Ein Muss für alle Fans zwischen Echocord und Basic Channel.

Trackliste:
01. Abyss
02. Polaris
03. Gravitation
04. Immersing
05. Researches of Depths
06. Solar System
07. Polar Night
08. Mermaid
09. Nautical
10. Spirits
11. Reverberation

martin schulte - lant005 - odysseia (cd, album) [preview] by martinschulte

Martin Schulte - Odysseia - VÖ - 2010 - 01 - 15

2010-01-18

Four Tet - There Is Love In You LP (Domino)

"Moth/Wolf Cub" von Four Tet und Burial war 2009 wohl einer der aufsehenerregensten Singles des gesamten letzten Jahres. Nun erscheint Kieran Hebdens mittlerweile fünftes Album nach einer Schaffenspause von fast derselben Anzahl in Jahren auf Domino. "There Is Love In You" lautet der Werktitel und die Liebe zur Musik wird hier von Four Tet angenehm vorgeführt: Dynamisch und klar mit repetitiven Mustern geschmückt und mit Leichtigkeit verziert; unaufdringlich und berührend zugleich. Der Vorbote auf das Album in Form der Single "Love Cry" war nicht nur durch den Joy Orbison Remix so besonders, sondern versprach was hier nun auf den neun Stücken zu hören ist: Pure und ehrliche Hingabe. Genau richtig für diese Jahreszeit und eines der Alben für den Pre-Frühling.

Trackliste:
1. Angel echoes
2. Love cry
3. Circling
4. Pablo’s heart
5. Sing
6. This unfolds
7. Reversing
8. Plastic people
9. She just likes to fight


There Is Love In You by Four Tet



Four Tet - There Is Love In You - VÖ - 2010 - 01 - 25