News from the world of electronic dance music. Delivered hot and sexy.

2009-05-14

Exercise One, New Album "In Cars We Rust" (Mobilee)


Die beiden in Berlin wohnhaften Marco Freivogel und Ingo Gansera bevorzugen im hölzernen Rahmen der aufgesplitterten Minimal-Schublade eine klare Linie. Ihre Tracks haben Raum, sind übersichtlich und empfehlen sich nicht unbedingt für die Club-Primetime. Das Verdichten von Tracks zum Break hin, extrabreites Pumpen oder das Hochwankeln kleiner sonischer Elemente zum Motor eines Tracks ist ihre Sache nicht. Das Debüt von Exercise One versprüht dagegen viel soundtechnische Raffinesse, es will erst gar keine bunten Effektstreitkolben schwingen. So ganz kann man sich aus dem minimalen Korsett jedoch auch nicht lösen. Verwaschene, synkopische Mikrorhythmen schwirren oft und gerne durch das stark skelettierte Beatgebälk. Die fünf Jahre, die das Duo gemeinsam Musik machen, übersetzen sich in sauber produzierte Tracks, ohne aber mehr als Szene-relevant zu sein. Mit „Just Not!“ legen Exercise One dann noch ganz am Ende des Albums ein deepes Brett in die Zukunft.

Exercise One, New Album "In Cars We Rust" (Mobilee) VÖ 2009-05-25

Richard Bartz, New Album "Subway" (Kanzleramt)


Jetzt wo ich es so vor mir geschrieben sehe, macht es natürlich Sinn, dass Richard Bartz aus München kommt - Heimatcity vom eben glorios auferstandenen DJ Hell oder Giorgio Moroder, Gomma oder Permanent Vacation. Bartz, Betreiber von Kurbel Records, demnächst erscheinendes Album Subway kreuzt seine bisherigen EP-Releases auf Kanzleramt (Subway I-III, davon Nummer Eins von 1998) mit neuem Material zu einem geschmeidigen, von Heiko Laux sehr sanft gemischten Album. Häufig hypnotisch treibend, belebt es für Minimal typische Sounds mit etwas Weltraum-Staub und der einen oder anderen House-Reminszenz. Sehr gut.

Tracklist:
01 - Subway the final chapter
02 - The Machinist
03 - From Munich With Love
04 - All I Need
05 - Nuke
06 - Exodisco
07 - Way Out
08 - Rise
09 - Work It Out
10 - :-)
11 - Raindrops

Richard Bartz, New Album "Subway" (Kanzleramt) VÖ 2009-05-27

2009-05-13

Pheek - Non Perfecto Mix (Archipel Podcast)

Pheek, Labelchef von Archipel, schickt hier den Hörer mit seinem "Non Perfecto Mix" auf eine unberechenbare Reise. Dort bleept und ziept es, Vokalgeschnipsel zischen zwischendurch über Bläser und werden von deepen Rhythmen getragen: Verjazztes gefreakel im Deckmantel des Techhouse. Interessante Zusammenstellung, die dem Titel keines Wegs gerecht wird.

digital:
Pheek - Non Perfecto Mix (Archipel Podcast 17) - VÖ 2009-05-13

2009-05-11

Paul Brtschitsch - The Dentex EP (Rootknox)


Paul Brtschitsch gewehrt mit der ersten EP "The Dentex" einen Einblick in sein nun mittlerweile fünftes Album "Me, Myself and Live", welches Mitte Juni auf Rootknox erscheinen wird. Drei Stücke samt einem Remix von Kollektiv Turmstrasse, die sich im Bereich von Minimal bis Techno ansiedeln. Funktional, clubtauglich, dahintreibend und sich auf die Wurzeln besinnend. Einfach, schön!

12 Inch:
A1. The Dentex (Kollektiv Turmstrasse RMX)
A2. Extend
B1. Adiamo
B2. The Dentex

Paul Brtschitsch - The Dentex EP (Rootknox) - VÖ 2009-06-08

2009-05-07

Manuel Tur, New Album "0201" (Freerange)

Ein höchst erfreuliches Album wird am 15.6. das Licht einer feindlichen Welt erblicken und für die Spieldauer alles Schlechte vergessen lassen. Manuel Tur bringt die atmosphärische Dichte von The Field mit einer verdammt aufreizenden House-Gefühligkeit zusammen. Erinnert fast schon an die Euphorie damals zu "Meridian"-Zeiten von Ian Pooley.

01) Patchworks
02) Stay feat. Lariassa Kapp
03) Rubicond
04) Golden Complexion feat. Blakkat
05) Such A Dream
06) Fade And Away
07) Passtelise
08) Shady Trees
09) Will Be Mine feat. Alexander East
10) A40
11) On the Radio
12) Radial
13) Final Layer

Manuel Tur, New Album "0201" (Freerange), VÖ 2009-06-15

2009-04-28

Dimitri From Paris, New Mix "Nightdubbin" (BBE)


Wer immer noch nicht genug von den Achtzigern und ihren Ausfransungen bekommen kann - hier werden Sie geholfen. Billige Drumrolls, Slap-Bässe, zuckerwattierte Background-Chöre, leicht hatscherte Raps. Diese drei CDs Mix hätte man wohl genau so schon vor sechs Jahren haben können. Trotzdem ist dem alten Haudegen Dimitri From Paris eine kurzweilige Zusammenstellung gelungen. Das Kotzsackerl für den Fall einer Deja-Vu-Überdosis sollte trotzdem griffbereit liegen.

Dimitri From Paris, New Mix "Nightdubbin" (BBE) VÖ 2009-05-25

2009-04-24

ADA, New Release "Adaptions: Ada - mixtape #1" (Kompakt)

Adaptions ist nicht nur eine Kompilation bestehend aus ADA-Remixen von Tracks anderer Artists und ADA-Stücken von Kollegen geremixt, sondern auch ein leichtfüßig sommerlicher DJ-Mix der Kölner Ausnahme-Elektronikerin!
Ein erster Anwärter auf das beste Mixtape dieses Sommers!

Statt auf Areal erscheint das Ganze auf Kompakt!

Hier noch die feine Trackliste:


01.) Tracey Thorn - Grand Canyon (Ada Remix)

02.) Ada - Fizzmann (Dee Pulse Remix)

03.) Booka Shade - Vertigo vs. Cha (Ada Remix)

04.) Brant feat. Mr. Roper - Last Night I Dreamt That Somebody Loved Me (Ada Remix)

05.) Ada - Maps (Thomas/Mayer Remix)

06.) Alex Smoke - Never Want to See You Again (Ada Remix)

07.) Ada - Eve (DJ Koze Mix)

08.) Ada feat. Raz Ohara - Lovestoned

09.) Andi Teichmann - Tape (Ada Mix)

10.) Ada - Living It Up
 
11.) Ada - Forty Winks

12.) Ada feat. Cosmic DJ - Our Blindhouse (Each And Every One)

ADA - Adaptions Ada - mixtape #1 (Kompakt) VÖ: 2009-06-08

(Die erste 12Inch-Auskopplung ist bereits am 15.04. erschienen und darauf finden sich: Ada feat. Raz Ohara - Lovestoned und Ada - Fizzmann (Dee Pulse Remix))

2009-04-23

Zwicker, New Album "Songs Of Lucid Dreamers" (Compost)



Dem Schweizer Produzenten Zwicker fehlt es an Pfiff. Wo andere ihre Space Disco mit opulentem Retro-Futurismus zukleistern oder Synths hüpfen und Haken schlagen lassen, tritt Zwicker behäbig auf der Stelle. Hier verwechselt jemand Entspanntheit mit Langeweile. Mit „Oddity“ ist wenigstens ein kleiner Hit an Bord des Weltraumklapperkastens.

Zwicker, New Album "Songs Of Lucid Dreamers" (Compost)  VÖ: 2009-04-24

2009-04-22

Rayuela - Non Disperdere (Archipel)


Rayuela ist die spanische Form des Kinderspieles Himmel und Hölle, und genau so klingt auch das Album Non Disperdere des in St. Denis lebenden Franzosen: Minimal-Techno meets Avantgard-Electronica bestehend aus eigenartigen Grooves, sphärischen Flächen und sonderbaren Sounds. Sieben kopflastige Nummern als Digital-Release und somit for free auf Archipel erhältich.

Digital:
1. Wegt
2. Trama Celeste
3. En Vivo
4. Hydrae
5. Ushan
6. Anagrame
7. Non Disperder

Rayuela, Non Disperdere, Release: 2009 - 04 - 22

2009-04-21

Hemmann & Kaden - Karacho / Synchro EP (Freude am Tanzen)


Lang ersehnt und nun endlich da: Die FAT40 vom Trainerduo Hemmann & Kaden. Was ihnen mit ihren Solo-Projekten gelingt, verbinden die beiden Thüringer hier in Perfektion: Hemmans Hang zum Elegischen gepaart mit Kadens Rhythmusfiguren - die beste Tanzmusik der Welt oder einfach nur "Happiness to dance!".

Trackliste:
A1. Karacho
B1. Synchro

Hemmann & Kaden - Karacho / Synchro EP (Freude am Tanzen)  VÖ 2009-04-20

Wolf + Lamp - Brooklynn EP (Wolf + Lamb)

"Sorry abit too deep for me" war das Feedback des International DJ Magazine auf die erste EP der Labelchefs von Wolf+Lamp Zev Eisenberg und Gadi Mizrahi. So etwas hört man als Produzent, als auch als Labelbetreiber gerne. Der einfache und Groove orientierte Sound macht die multikulturellen Einflüsse der New Yorker Szene hörbar. Wie sagte schon Roland Clark:"The deeper I go, the more knowledge i know...".

Trackliste:
A1. Wolf + Lamb & Smirk - Therapist
A2. If U Had (Shaun Reeves Edit)
B1. Must Be Brooklynn
B2. Idiosyncratic
Keep Me Up All Night [Dancing] Digital Only

Wolf + Lamp - Brooklynn EP (Wolf + Lamb) VÖ: 2009-03-09

2009-04-20

Seth Troxler - Rave Loot / Lee Curtiss Rmx (Esperanza)

Und nochmal nach Madrid: Das 2005 ins Leben gerufene Label Esperanza hat sich niemand geringeren als Seth Troxler ins Boot geholt, der nun auf dem siebenten Release "Rave Loot" unter Beweis stellt, wie sexy seine Basslines klingen. Auf der A-Seite remixt Lee Curtiss "Crosson Likes Poo", und fügt dem Original eine schöne Portion Funkiness hinzu. Hier wird nun auch dem Letzten klar, dass Troxler, Crosson und Curtiss mehr als nur Produktionspartner, sondern echte Hawara sind.

Trackliste:
A1. Crosson Likes Poo (Lee Curtiss Likes It Too Remix)
B1. Crosson Likes Poo
B2. Barbaros Stride

Damian Schwartz - Colored Party (MUPA)


Da wir gerade bei Net 28 waren: Damian Schwartz veröffentlicht in den kommenden Tagen auf seinem eigenen Label Mupa die Ep "Colored Party". Dort zu hören sind drei Tech-House Stücke, im gewohnt perkussiven Stil des Madrilenen. Treibend, mit Vocal-Snippets und jazzigen Elementen versehen, ist diese Platte eine perfekte Einstimmung für den kommenden Sommer.

Trackliste:
A1. In The Mood
B1. Where You There
B2. Tito Estuvo Aqui

2009-04-16

Laurent Garnier, New Album "Tales Of A Kleptomaniac" (Pias)


Der Co-Gründer von F Communications meint es zu gut mit all seinen Fans. Auf seinem jüngsten Album versucht der Franzose es so gut wie jeder Szene ein Häuflein hinzuwerfen. Da Jungle, da ein guter Hip Hop-Track, da Trip Hop, da Electro. Undsoweiter. Selbst auf einer Comilation würde sich verdammt wenig Schnittmenge ergeben. Im Einzelnen ist das zwar oft top, im Ganzen ist das aber schwer zu ertragen.

Laurent Garnier, Takes Of A Kleptomaniac, Release: 2009-05-11

2009-04-15

Various Artists, New Compilation "NET28 - 2"


Das in Madrid stationierte spanische Label-Konglomerat, der Vertrieb und das Label NET28 (Apnea, Beemysheep, CMYKmusik, Cyclical Tracks, Múpa, Pulpa) ist nicht nur für seine herausragenden Cover-Bilder und Logos sondern auch für qualitätssicheren Techno bzw. Tech-House (welt)bekannt. Am 02.Mai bzw. am 04.Mai 2009 werden die Spanier (Label-)Compilation Nummer Zwei mit exklusiven Tracks von bekannteren und unbekannteren Acts von Net28 und Anhang veröffentlichen. Die gut etablierten Aushängeschilder (und Labelbetreiber) Alex Under, Damian Schwartz, Tadeo und Imek liefern gewohnt Gutes, aber auch freshere Acts wie Rossella, Grünbox oder Pherox wissen ordentlich zu begeistern. Vergesst Barcelona, Madrid gibt in Spanien den Ton an!

Die Compilation wird den schlichten Titel '2' tragen und hierzulande von Kompakt vertrieben!
Hier noch die vollständigen Tracklisten:

CD:
1.) Circunbalation - 21
2.) Rossella - 28
3.) From Karaoke To Stardom - -20
4.) Imek & Xpansul - 23
5.) Alex Under - -22
6.) Tadeo - -21
7.) Damian Schwartz - 20
8.) Grünbox - 22
9.) Pherox - 29
10.) Brendon Moeller - -29
11.) Pilas - -23

Exclusive Digital Tracks:
Kasper - -24
Kevin Gorman - 24

12 Inch #1:
A1. Rossella
A2. Jonas Kopp
B1. Tadeo
B2. Joseph Capriati

12 Inch #2:
C1. Circunbalation
C2. Imek & Xpansul
D1. Alex Under
D2. Brendon Moeller

12 Inch #3:
E1. From Karaoke To Stardom
F1. Damian Schwartz
F2. Mara Trax

TOSCA, New Album "No Hassle" - INTERVIEW (für The Gap)




"WIR SIND EINE KIRCHENBAND!"

Die von den beiden Jugendfreunden Richard Dorfmeister und Rupert Huber betriebene Musikgruppe Tosca gehört seit ihrer Gründung in den 90er Jahren zu den wichtigsten Aushängeschildern des vielbesagten Wiener Elektronik-Sounds.

Wiener Elektronik-Sound: Eine Musikrichtung die international große Wellen schlug, da sie innovativ und nie dagewesen dubbige Funk-Grooves, ambientöse Soundscapes und Downbeat verband. Toscas bisheriger Output war soundästhetisch immer von einer Entspanntheit geprägt, aber was ihre Beats betraf war die Nähe zum Club doch immer gegeben. Mit ihrem neuen Album „No Hassle“ soll sich das nun ändern.

Moogle und Laminat traffen im Auftrag des Popkultur-Magazins 'The Gap' Richard Dorfmeister und Rupert Huber zu einem netten Gespräch im hauseigenen Studio des G-Stone-Labels und unterhielten sich mit den beiden über den Schritt weg vom Club, ihr Live-Konzept und den schmalen Grad zwischen absoluter Langeweile und musikalischer Tiefe.


Nach dem ersten Hören eurer neuen Platte waren wir ein wenig überrascht über die Soundästhetik, da sie im Vergleich zu den Vorgänger-Alben von einem anderen Gestus geprägt ist. Kann man das so stehen lassen?

Dorfmeister: Wie meinst du überrascht?

Wenn man das so sagen kann, weniger Club orientiert, ruhiger als die letzen Tosca-Platten.

Dorfmeister: Schön, dass das mal jemandem auffällt. Ich hatte bis zu letzt den Eindruck, dass diesem Umstand niemand checkt und dass alle sagen werden, dass es sowieso wieder derselbe Scheiß ist. Es ist absichtlich so konzipiert, dass es nicht noch mal eine Wiederholung des alten Tosca-Sounds ist. Wir wollten ein bisschen weggehen von dem Ursprünglichen. Nicht wieder der derselbe Beat, nicht wieder ein Popsong.

Huber: Wir wollen ja auch keinen Job machen. Es ist kein 9 to 5 Ding.

Dorfmeister: Wie schon gesagt, wir wollten wegkommen von dem klassischen HipHop-Beat - es sollte schwebend sein. Vom Feeling her ist die ganze Platte mehr Percussion-orientiert.

Wie kam der neue Sound beim ersten Konzert (Ars Electronica 2008) nach der Langen Pause an?


Huber: Alles in allem ziemlich gut. Das Konzert fand im Dom in Linz statt und wurde zwei Mal aufgeführt, da die Räumlichkeit auf 300 Personen limitiert ist.

Dorfmeister: Die Akustik in solchen Bauten ist ziemlich speziell und eine interessante Herausforderung. Im Winter ist es in Kirchen jedoch zu kalt zum Spielen, deshalb findet unsere Tour auch nur im Sommer statt. Wir wollen in speziellen Locations und eben auch in Kirchen spielen. Wir sind ja eigentlich eine Kirchenband! [Gelächter] Wir bewegen uns sozusagen zurück mit jedem Album und werden jünger. Jetzt sind wir schon ziemlich jung... [Lacht abermals herzhaft]

Also könnte man sagen, dass Tosca eine Art Jungbrunnen für euch beide ist?

Huber: Das ist aber ein gutes Schlagwort. Tosca ist ein Jungbrunnen…

Dorfmeister: Naja, Tosca ist halt unsere sogenannte Freezone bzw. eine geistige Befreiungsstufe, wenn man so will. Deswegen heißt das Album ja auch „No Hassle“.

Huber: Einfach Loslassen eben...

Aber ist es dann nicht schwierig sich nicht irgendwo zu verlieren? Es soll doch für den Hörer knackig und kompakt klingen, oder nicht?!

Huber: „No Hassle“ heißt ja nicht, dass man es auf die leichte Schulter nimmt. Sondern dass man sich nicht stressen lässt oder unnötige Ängste aufbaut.



Wie schaut die Live-Umsetzung konkret aus?

Dorfmeister: Ich mach Dubs und spiele Synthesizer dazu. Fritz Fitzke macht ausgefeilte und aufwendige Visuals. Wir haben auch ein spezielles Soundkonzept für spezielle Räume entwickelt. Die Show liegt mehr im „Wegtrippen“, also nicht das gewohnte Club-Ding.

Huber: Ich spiele Klavier, nehm das mit dem Laptop auf, mache Piano-Dubs und schick die Stimmen durch den Raum. Das alles in Zusammenhang mit den Live-Visuals.

Klingt wie eine Art Audiomassage für das Publikum?


Dorfmeister: Genau, wir sind immer an der Kippe zur kompletten Langeweile, das ist die Trennlinie! Es soll richtig relaxing sein, aber eben nicht komplett boring! Bei dem Ars Electronica-Gig hat das gut geklappt.

Das Album klingt, wie vorher schon erwähnt, weniger cluborientiert. Warum der Schritt weg vom Club hin zu ruhigeren Gefilden, in denen der Hörer den Raum hat, sich zurückzulehnen und die Musik auf sich wirken zu lassen?

Dorfmeister: Als erstes auf jeden Fall aus dem Phänomen heraus, dass die eigentliche Clubmusik eigentlich auf 120 bis 130 bpm läuft und die letzten Jahre soundmäßig sehr Minimal-orientiert waren und in neuester Zeit sehr ravig geworden ist. Wir waren ja sowieso nie eine echte Clubband. Das was wir gemacht haben, hat eine zeitlang in das so genannte Midtempo-Konzept gepasst, aber die Zeiten haben sich geändert und man will sich ja auch weiterentwickeln. Tosca-Musik ist ja auch kein echter Dance-Sound. Wenn wir versuchten, Club-Sound zu programmieren, würde das nicht klappen.

Huber: Wir haben ja auch nie daran gedacht eine Nummer zu schreiben, die gut im Club funktioniert und deshalb dann ein riesiger Erfolg wird. Das ist einfach nicht die Idee hinter Tosca.

Hattet ihr nicht das Gefühl als wärt ihr von der Presse ein wenig in das Clubeck gestellt worden? Ihr seid ja schon des Öfteren in einem Atemzug mit der sog. Wiener Schule genannt worden und da ist die Nähe zum Club doch präsent.

Huber: Diese Termini kommen und gehen doch: Zuerst war es der „Wiener-Sound“, dann hieß es „Electronica“ und plötzlich sprachen alle von „Kaffeehaus- oder Hotellobby-Sound“.

Dorfmeister: Fahrstühle fehlen noch! [lacht] Ich glaube, die Fortsetzung von Tosca wird noch schräger bzw. noch untypischer in Bezug auf den Wiener-Lounge-Sound. Wir wollen noch mehr weg von dem Konzept des Songs. Es sollte noch mehr in Richtung Sound-Oper gehen. Ein wenig wie The Orb früher war. Eine logische Fortsetzung von dieser Tosca-Platte natürlich. Noch ist alles ziemlich definiert. Unser Sound soll sich dann in dich hinein graben.

Huber: Der Hörer soll sehr viel Platz haben und als ein Teil mitschwingen!

Wie schauts mit der Verteilung von Found-Sound bzw. Field Recordings zu fixen Soundquellen auf dem Album aus? Kommt eines davon stärker zum Tragen oder ist die Verteilung ausgeglichen? Oder regiert hier noch der Zufall?

Huber: 20/80. Ungefähr.

Dorfmeister: Die vielen Grundlayer sind meistens Field-Recordings, Straßenlärm aus Istanbul oder der Bus vor unserem Studio. Aber was wir selber mit Instrumenten einspielen ist uns sehr wichtig und kommt daher stärker zum Tragen.

Sind die Einflüsse der Stadt Wien heute noch präsent? Also auf den Sound, die Szenerie und deren Synergien bezogen.


Dorfmeister: Nachdem der Vertrieb Soul Seduction eingegangen ist, gab es einen riesigen Cut in der Szene, weil dann plötzlich eine Plattform für den Wiener Sound gefehlt hat. Viele Musiker sind noch da und aktiv, aber der Hype darum ist weg.

Wie sieht es jetzt vertriebsmäßig aus?

Huber: Wir haben jetzt einen Bauchladen und gehen nach den Konzerten herum und verhöckern unsere Platten, Markschreiermässig quasi! [lacht laut]

Dorfmeister: Wir setzen vor allem immer mehr auf den digitalen Verkauf über die Website.

Huber: Aber das neue Tosca-Album gibt es schon wieder auf Vinyl, ausnahmsweise in limitierter Auflage von !K7.

Wird es wie für die Vorgänger-Platten wieder ein Remix-Album geben?

Dorfmeister: Das wird Anfang nächsten Jahres kommen. Wir sind gerade dabei die Remixer auszuwählen. Wir suchen nach Musikern, denen die Musik gefällt und bei denen es soundmässig eine logische Connection gibt.


„No hassle“ von Tosca erscheint am 17.04.09 auf !K7 im Vertrieb von Hoanzl. Live zu bewundern ist die Gruppe am 24.04.09 in der Minoritenkirche Wien und am 22.05.09 beim Springfestival Graz – Springnine im Stefanien Saal. Weitere Informationen, Hörproben und Tour-Daten erhält man auf www.g-stoned.com/artists/tosca oder www.tosca-nohassle.com

2009-04-14

SND, New Album "Atavism" (Raster-Noton)



Anspruchsvolle Experimentelle Elektronik ist für viele Musiker so etwas wie die Königsdisziplin der maschinellen Klangerzeugung. So ähnlich wie Free-Jazz für Jazzer also...
SND gehören zu den etwas älteren Kalibern dieses Genres. Schon zu blühenden Mille Plateaux-Zeiten waren sie mit am Start. Jahre später, weit gereist und immer noch am werkeln gibts nun das vierte Studioalbum mit dem standfesten Namen "Atavism" auf dem renommierten Label Raster-Noton! Anders als bei vielen Labelkollegen darfs bei SND aber ruhig mal pumpend, melodiös und ekstatisch frickelnd zugehen! Das gefällt uns!

Clicks and Cuts und noch viel mehr anno 2009

2009-04-11

&ME, New Single "F.I.R. / +++" + Adam Port, New Single (Keinemusik)



Das junge Berliner Label Keinemusik bringt in Bälde seine zweite Single raus. Nach David Mayer ist nun der durch das Duo Fetisch&Me bekannte Produzent &Me an der Reihe mit einem Plattenrelease. Track Nummer Eins namens „F.I.R.“ ist ein House-Monster der guten Art! Deep aber mit einer Vocal-Line die fein nach vorne geht und kaum in Gold aufzuwiegen ist... Track Zwei hört auf den Namen "+++" und ist von ähnlicher Konsistenz: zwar ohne Vocals, dafür mit feinstimmiger Percussion. Als Zugabe gibt es einen floortauglichen Santé-Remix von "F.I.R." der ebenfalls gefällt! Eine Platte auf die man sich freuen darf. Keinemusik ist also alles andere als der Labelname vielleicht vermuten lässt!

Ach ja: Ein weiteres Labelmitglied wird auch demnächst auf Keinemusik releasen! Adam Port heißt der Gute. Nachdem er gerade eben in Wien sein Können im Planetarium unter Beweis gestellt und einen knackigen Track auf Tiefschwarzs Label Souvenir veröffentlicht hat, gibt es in den kommenden Monaten ebenfalls schwarzes Gold vom netten Berliner Straight Edge-House-Zauberer auf Keinemusik! Yo!

Bei Interesse, sei euch der schön bebilderte und angenehm unprätentiöse Personal-Blog von Herrn Port ans Herz gelegt...

2009-04-08

Various Artists, New Compilation "Lantern presents Monazite"


Kurzmeldung: Das japanische House- und Technolabel Lantern schmeißt diesen Monat eine Compilation voll von episch deepen House-Nummern, Dubtechno und Electronica auf den internationalen Markt! "Lantern pres. Monazite" wird das Teil heißen. Darauf finden sich (exklusive) Tracks von Musikern wie Sven Weisemann, Markus Fix, Geoff White, Till von Sein, Martin Schulte, Andy Vaz, Glimpse&Lee van Dowski und vielen mehr. Teilweise fast ein bißchen zu deep und atmosphärisch für den Tänzer aber genau richtig für den Connaisseur!

2009-04-07

Tiga, New Album "Ciao!"


Wer Tiga auf dem Cover von seinem neuen, so klebrig wie nur möglich mit "Ciao!" betitelten Album sieht, fragt sich, wie es je zu dem Gerücht eines Techtelmechtels zwischen ihm und Madonna kommen konnte. Der gute Herr überlegt sich den aktuellen Covervorschlag hoffentlich nochmal - musikalisch überrascht er mit Electropop, der es sich nicht in der Starecke bequem einrichtet, sondern widerspenstig bleibt. Ist gewohnt gut produziert (wenn auch nicht immer gut), strickt zuweilen aus Blech Platin und lockt sicher tausende Tänzer auf die Floors. Das Video zur ersten Single "Shoes" ist schon mal ein paar Blicke wert (ist wohl etwas angelehnt an die andere große Schuhsingle diese Jahrzehnts hier).

Louderbach, New Album "Autumn" (M_nus)


Ähnlich wie ein hessischer Luftkurort nennt sich die Gruppe um Troy Pierce und den amerikanischen Vokalisten Gibby Miller, die seit 2004 existiert. Nach einigen 12Inches und einem nicht minder bejubelten Album gibts 2009 nun einen neuen Wurf des Duos. "Autumn" wird es sich nennen, kommt aber im Frühling raus...im Bezug auf ihren Sound ist der Titel nichtsdestotrotz gut gewählt, denn bei Louderbach gehts um die Verkreuzung von Gothic-angehauchten Sound-Entwürfen von Bands wie Coil, Bauhaus oder Joy Division und Techno.
Hört sich cheesy an, klingt aber absolut nicht so!
Pierce ist, wie sollte es anders sein, ein Zauberer an den Maschinen und Gibby Miller weiß sein Stimmchen zweckmäßig einzusetzen. Romantisch, melancholisch und dunkel darfs also ruhig mal sein bei Louderbach ohne den gewünschten Rahmen 'Techno' außer Acht zu lassen...apropos Rahmen: das Ganze wird auf Richie Hawtins Label M_nus erscheinen und sollte nicht nur vom Gruftie aus dem Haus gegenüber gehört werden!

Techno ist nicht gleich Ibiza und Partyspaß! Schreibt euch das mal hinter die Ohren oder lasst es euch von Louderbach eingravieren...



Update: Die Infos zur ersten Louderbach-Singles-Auskopplung des neuen Albums sind gerade eingetrudelt!

Hier:
Louderbach - Shine (Minus 75)
Trackliste Vinyl:
A1: Shine (Alexi Delano Remix)
A2: Shine (Thrill Cosby's Broken Door Mix Vox.Dilo)
B1: Mike Bryant's Room 237 Remix)
B2: Shine (JPLS Hard Remix)

Digital Bonus Tracks:
Shine (Original Mix)
Shine (Bruno Pronsato's Remix)
Shine (JPLS Club Remix)
Shine (Mike Bryant's Eerie Von Remix)
Shine (Swayzak 99p Mix)
Shine (Berg Nixon Remix)

Release-Date Vinyl: 20/04/09
Release-Date Digital: 24/04/09

2009-04-06

Peaches, New Album "I Feel Cream"



Peaches fühlt weisse Soße. Nichts neues soweit. Für einige Schlagzeilen werden die Pressefüchse von XL Recordings sicher sorgen. Und ein kräftiger Griff in den weiblichen Schritt macht immer noch genügend Leute unruhig. Die ersten Tracks vom fünften Peaches-Album klingen jedenfalls so als hätte die gute Kanadierin ihre Überraschungskeulen nicht mehr gefunden.

Filthy Dukes, New Album "Nonsense In The Dark"


Ein prophetischer Titel: ein fast schon ärgerlicher Mix aus Wave, Haudrauf-Hooks und billigen Synths ist das, was die Filthy Dukes abliefern. In London feiern die dreckigen Blaublüter rauschende, grossartige Parties. Und darauf sollten sie sich auch wieder beschränken. Ein Album so klasse wie das Cover, nämlich gar nicht. Beware Of Them Filthy Pukes, äh Dukes.

Holger Zilske, New Album "Holz"



holger zilske ist sicher vielen als smash tv ein begriff...
wenn nicht, wisst ihr das jetzt!
seines zeichens haus-und hofproduzent des renommierten bpitchctrl-labels, resoluter live-act und feinfühliger dj...alles weitere sei dahingestellt!
ende mai dieses jahres gibts ein album namens "holz" unter seinem taufnamen auf playhouse.
hölzern klingt zilskes erscheinendes album nicht - eher setzt er sich wiedermal durch produktionstechnisches know-how durch bzw. vom rest der deepen house-acts ab...weil wir gerade beim thema genre sind: "holz" ist eine gute (mit der betonung auf gute!) mischkulanz aus minimalistischem techno und deepem house...zuhause beim entspannten frühstück oder beim facebook-acount checken gut konsumierbar, aber auch für den club hat das ganze gottseidank genug charakter!

als dj gibts den holger in wien auch demnächst!
nach dem super set beim knex im planetarium letzten juli wird er beim diesjährigen sound:frame-festival am 12.04. im brut (künstlerhaus) auflegen!

big up sound:frame!

hier noch die trackliste, falls irgendjemanden so etwas interessiert:

Tracklist
01. Lichterfelde
02. Mes Yeux
03. Roter Rausch
04. Druckraum
05. Work
06. Golden
07. Metrodancer
08. Olho Gordo
09. Have A Cup Of This
10. To Them To Me

holgers wald

by the way: playhouse nimmt zur zeit echt wieder kräftig fahrtwind auf was releases betrifft! gerade eben das ebenfalls feine neue losoul-album "care" nun schon holger zilskes "holz"...schauen wir mal was da 2009 neben den alben im single-format so daherkommt! man darf hoffen, dass es einen grund gibt als dj seine nadeln zu wetzen!

2009-04-03

dresden dolls



toller bubble electro pop für den gestern angefangenen frühling.

-the hundred in the hands - dressed in dresden

kommen aus brooklyn und unterschreiben ihre 7" noch selbst.
auf pure groove records.

kaufen
kaufen #2
myspace

1-2-3-4 blabla


die neue fever ray single "triangle walks" wird mit einem 1-2-3-4 remix von tiga bestückt.
leider nimmt tiga das zählen zu ernst und der eigentlich ganz nette remix wird schnell nervig.
viel besser, intelligenter, objektiver und natürlich genauer zusammengefasst von jesper dahlbäck:

"Last session was a pain in the ass. It is now safe to say that Tiga is the most annoying person i know.
Anyway, the remix turned out pretty cool. The 808 drum beat has an extreme low end and penetrating sound."

kommt auf dem hauseigenen rabid records label.

mehr von tiga gibts eh bald mit
-größtenteils langweiligem album (kann aber auch einfach daran liegen dass "shoes" schrecklich ist und ich seine stimmte einfach nichtmehr hören kann)
-und einem alles zerstörendem "what you need" proxy remix

auf turbo bzw pias.

ach und am schluss,
zusammenfassung von 2008:

2009-04-02

Prins Thomas - New Mix, Live At The Robert Johnson


Space-Discoteer Prins Thomas gibt sich die Ehre in der Offenbacher Club-Legende "Robert Johnson". Chloé hatte die Serie würdig eröffnet. Dieser Mix schlägt einen Bogen von harmonischen, psychonautischen Experimenten zu Krautigem, Afrobeat, New Age, balearisches Geschwurbel, einer schlimmen Prog-Prog-Prog-Gitarren-Explosion, Indie-Gefiepse und dann halt wieder Space-Filter-Disco. Alles konstant auf einem Tempo und trotzdem unentschieden wie ein siamesischer Zwilling. Ne du, den Bären bind dir mal selbst auf den Rücken!

TRACKS:
1 A very small Intro
2 Arpadys - Funky Bass (Idjut Boys Version)
3 Cage & Aviary - Giorgio Carpenter
4 Capracara - King of Witches (Rub N Tug Remix)
5 Trans Am - First Words
6 Map Of Africa - Wyatt Urp
7 Bjørn Torske - Kokt Kveite
8 Käre & The Cavemen - Gallery Oslo
9 Babytalk - Chance (Babytalk Remix)
10 Frankie Valentine - Zumbi (Isoul8 Remix)
11 Low Motion Disco - Love Love Love (Still Going Remix)
12 James Yuill - This Sweet Love (Prins Thomas Re-Edit)
13 Dogs Of War - Le Stress
14 Cos/Mes - Build The Band
15 Ricardo Villalobos - Waiworinao
16 Anarchic System - Generation (Long Version)
17 Argy & The Mole - Cantstandlovegetaway
18 Martin Circus - Disco Circus
19 Opolopo - I Do (Domu Discotech Mix Ð Intrumental)
20 Acid Test - Test 1
21 Mathew Jonson - Followed By Angels
22 Samos - Alpha Storm (Original)
23 Sébastien Tellier - Sexual Sportswear
24 Closer Musik - Maria
25 Lindstrøm - Contemporary Fix (Bjørn Torske Remix)
26 Steel an' Skin - Afro Punk Reggae (Dub)
27 A very small Outro

2009-03-31

Autokratz, New Album "Animal"

Seit ihren ersten Singles auf Kitsuné gingen Autokratz auf Tour durch allerlei Rave-/ Post-Rave- / Proto-Neon-Clubs dieser Welt (hier 2008 zur EM in Wien auf Vice-Empfehlung). Kurz bevor die aufregende Kribbeligkeit abflaut, bringen die beiden Londoniens nun ihr Debütalbum heraus. Darauf wollen sie ganz viel Pop, ordentlich Synth-Schmalz und ein dicker Pack Trance-Orgeln sind auch an Bord. Cheesy, aber Klub-Klimax-tauglich.

Releasetermin: 16.6.2009

The Field, New Album "Yesterday And Today"


Die neue The Field ist da. Euphorischer Flächentechno, der mal ganz behutsam, mal ganz unvorhergesehen die Richtung ändert. Der Vorgänger ging ja etwa auf Pitchfork und auf dem Review-Aggregator Metacritic voll durch die Decke. Auf Letzterem sogar als Bestes Album von 2007. Damals rulte Kompakt selbst jenseits des Teichs. Auf "Yesterday And Today" stehen nun sechs epische Psy-Dancer ins Haus.

- - - - TRACKLISTING - - - -
1. I Have The Moon, You Have The Internet
2. Everybody's Got To Learn Sometime
3. Leave It
4. Yesterday And Today
5. The More That I Do
6. Sequenced

2009-03-30

alles schön


wiener musik für mädchen

okok - landstraße

bild : carlo von de roer