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2009-10-13

Mark Henning & j u g - Bubbleboy EP (Vitalik)

Das brandneue Label Vitalik macht gleich mit ihrem ersten Release Bubbleboy klar, worum es ihnen hierbei geht: gefühlsbetonten House, funky Techno und soulige Electronica. Klingt nach einem Rundumschlag, den alle gerne täten, aber Mark Henning, J U G und Agnes im Remix schaffen das fast unglaubliche. Der Track Moors baut Schicht für Schicht einen martialen Groove auf, der auch die letzten Reihen nicht still stehen lässt. Agnes macht dann daraus seine Interpretation von Deephouse, was unverkennbar ist anhand seiner verwendeten satten Sounds. Die dritte Nummer Moops siedelt sich im Techhouse an, jedoch weniger düster als Moors. Dazu kommt die EP mit zwei DJ-Tools, die wirklich brauchbar sind. Sehr gelungener einstand, was definitiv Lust auf die folgenden Releases macht.

Trackliste:
01. Moors
02. Moops
03. Moors (Agnes - Advantage Federer Mix)
04. Moors (Vitabit Tool)
05. Moops (Vitabit Tool)

Mark Henning & j u g - Bubbleboy EP - VÖ - 2009 - 10 - 28

2009-10-12

VARIOUS ARTISTS, NEW COMPILATION „TRAPEZ 100" (Trapez)


100 Vinyl-Veröffentlichungen gibt es nun schon auf Trapez. Das Kölner Superlabel wurde im Jahr 2000 von Riley Reinhold als Gegenstück zum bereits erfolgreichen Traum Schallplatten gegründet. Während man auf letzterem für verspielt bis schwebenden Tech-House zuständig war, zeigte sich der Gegenpol für härteren, „funktionaleren“ Stoff verantwortlich, der mehr für den Club gedacht war. Von der nunmehr langen Liste großer Trapez-Artists ist eine Handvoll in raren und exklusiven Edits auf der Jubiläums-CD vertreten. Als subjektive Favoriten seien an dieser Stelle genannt: Gabriel Ananda, Florian Meindl im Format:B-Remix, Gow und allen voran Christian Martins Remix von UNDs herrlich durchgeknalltem „Fox in a box“. Geil.

Trackliste:

1. Five Green Circle – Verse 2the Chorus (Salz Remix)
2. Raw Hedroom – Lauryn’s Tokyo Bananas
3. UND – Fox In The Box (Christian Martin Remix)
4. Roland M. Dill – 1st Century Fox
5. Oliver Hacke – Der Vampir Von Düsseldorf (Break 3000 rework)
6. Dominik Eulberg – Ambivalent
7. Gabriel Ananda – Afu 3
8. Florian Meindl – Blast (Format:B Remix)
9. Gow – Wapper Do It
10. Jeff Samuel – Lip Service
11. 3 Channels vs SLG – Wtorek

Various Artists, New Album "Trapez 100" (Trapez) - bereits veröffentlicht

2009-10-09

VARIOUS ARTISTS, NEW MIX „DIMENSION ONE“ (5TH DIME MUSIC)


Man soll sich vom Cover nicht abschrecken lassen: „Dimension One“ ist ein solider, etwas kommerzieller, aber durchaus funkiger Minimal-Tech-House-Mix; ausgewählt und gemixt hat der mir bisher unbekannte Manuel Gerres. Die Tracklist enthält mit Namen wie Tiefschwarz, Kollektiv Turmstraße, Marc Romboy oder Miss Jools viele Hits; das eigentlich Neue an der CD ist nämlich, dass es sich um die „Worlds First 5.1 Dolby Digital Surround DJ Mix Compilation“ handelt. In der Tat: das räumliche Hören auf handelsüblichen 5.1-Boxen, wie sie heute viele bei sich zuhause haben, erschließt durchaus neue Details in der Musik („Tiefen“, wenn man so will), auch wenn das Hin- und Hergesause der einzelnen Spuren von links nach rechts und zurück mitunter nerven kann. Der neue Sound hat zwar nicht wie sinngemäß versprochen mein Leben verändert, Spaß macht die Sache aber allemal.

Various Artists, New Mix "Dimension One" (5th Dime Music) - bereits veröffentlicht

SALM, NEW ALBUM "SOMETHING A LA MODE" (YELLOW PRODUCTIONS)


Hybride aus klassischer und elektronischer Musik sind ja zur Zeit ziemlich en vogue, wobei dieser so wie jeder Trend mitunter merkwürdige Blüten treibt. Immerhin hat das Attribut en vogue nie so wortwörtlich gepasst wie im Fall von SALM: Zwei Pariser Musiker, ausgebildet an Violine und Cello, trafen mit ihrer Fusion von Daft-Punk-Club-Elektro mit barocker Streicher- und Pianoästhetik (letztere natürlich vom Oldschool-Synthie) anscheinend genau den Geschmack der französischen Modeszene. Ihre Musik läuft auf den Chanel-Schauen von Paris bis Venedig; stellenweise jubiliert man gar: „So klingt Karl Lagerfeld!“ Hörenswert ist hier immerhin die Produktion von Mr. Black Strobe Arnaud Rebotini. Durch die Zusammenarbeit mit der jungen, aufstrebenden MC K.Flay entsteht die knackige Elektro-Hymne „5AM“, daneben trifft man allerdings auch auf Befremdliches wie eine String-Elektro-Version von Jamie Lidells „A little bit of feel good“. Seltsam? Aber so steht es geschrieben...

Salm, New Album "Something a la mode" (Yellow Productions) VÖ 2009-11-13

2009-10-08

Cio D'Or, New Album "Die Faser" (Prologue)


Cio D'Or zeigt sich mit ihrem ersten Album "Die Faser", welches auf Prologue erscheint von ihrer besten Seite, nämlich der melancholisch minimalistischen. Nicht, dass es bei der Dame je anders gewesen wäre, offenbart sie doch auf den insgesamt zwölf Stücken eine klare Linie und ein Gefühl für Sounddesign und Struktur auf ganzer Spiellänge. Was sich zunächst anhört wie klassischer Minimal von 2004 entpuppt sich nach und nach zu dessen Nachfolger: spannend, versiert, überlegt und natürlich reduziert. Cio schafft es mannigfaltig eine musikalische Parallelwelt zu kreieren, eine Art Traumland von komplexer Schönheit und Anmut, von Ambient und Techno. So soll es klingen, damit die Liebhaber dieser Musik wieder auf den rechten Pfad zurückfinden.

Trackliste:

Zellulose Wind (Intro)

Goldbrokat
Mohair (The True Blue w/ 2 samples of G.Ananda)
Angora (Mystic)
Brokat
Organza (Transparent Dub)
Seide (Tränensalz!)
Pailletten
Samt
Cotton (La petité Geisha)
Wildseide
Pailletten (Bonbonus)

Cio D'Or, New Album "Die Faser" - VÖ 2009 - 11 - 27



2009-10-06

Jori Hulkkonen, New Album "Man From Earth" (Turbo Recodings)



Was kann ich noch großartiges über einen Produzenten und DJ schreiben, der seit über fünzehn Jahren im Business ist und nun sein zehntes (!) Album veröffentlicht? Ganz einfach: Ein Mann von Welt. Nun werden sich wohl einige fragen, wie Jori Hulkkonen dies geschaft hat, wenn gleich er den wenigsten unter uns wirklich bekannt ist. Seine Antwort: "If you never become trendy it's impossible for you to become untrendy." Wahre Worte und genauso klang und klingt seine Musik - ehrlich und direkt. Die zwölf Stück auf "Man From Earth" fügen sich nicht so homogen zu einem Gesamtwerk zusammen, wie dies bei seinen letzten Alben der Fall war. Hier geht es aber auch nicht darum einen großen Bogen zu spannen, sondern viel mehr ein Kennen, Können und Wissen zu vermitteln angefangen von Acid anmutigen Technostücken, über Electropop bis hin zu Supertrancehymnen, mal anmutig, mal gediegen und immer schön auf den Dancefloor. Chapeau, Jori und auf die weitern fünfzehn Jahre!


Trackliste:

01 I Am Dead feat. Jerry Valuri
02 Boying In The Smokeroom
03 Dancerous
04 The Other Side Of Time
05 Re: Last Year feat. Villa Nah
06 Ridge Over Troubled Forrester
07 Musta Gunilla
08 Undercover feat. The Dove
09 I Dance To Your Bass, My Friend
10 Bend Over Beethoven
11 My Brother Went To Space And All I Got Was This Lousy Vacuum
12 Man From Earth

Jori Hulkkonen, New Album "Man From Earth" VÖ - 2009 - 11 - 02

Deniz Kurtel - Whisper EP (Wolf + Lamb)




Dass ich einen gewissen Faibel für die Herrschaften von Wolf+Lamb habe, sieht die Leserschaft nicht nur anhand dieses Blogs. Nun releast auch die erste Dame auf dem brooklyner Label: Deniz Kurtel ist schon länger im Umfeld der Wölfe tätig und steuerte bereits einen Remix für No Regular Play bei, welche ebenfalls gerade eine EP veröffentlichten. Whisper wartet mit drei Stücken auf, die sich herbstlich an einen schwiegen: deepe Basslines, klare Beats, strahlende Synthlines, wodurch teilweise eine Atmosphäre entsteht, als würden die verwelkten Blätter einem direkt vor das geistigen Auge fallen. Ausserdem ist Kurtel im audiovisuellen Bereich tätig, und zeigt ihre Werke auf Parties in Marcy's Hotel. Auf Crosstown Rebels soll 2010 dann ihr Album erscheinen. Klingt wie das weibliche Pendant zu Seth Troxler, nur fast eine Spur besser, oder?!

Trackliste:
01. Whisper
02. Stop Trying
03. Fall

Deniz Kurtel - Whisper EP - VÖ 2009 - 10 - 12


2009-10-02

Quantec, New Album "Cauldron Subsidence" (Echocord)


Über Quantec's Person lässt sich nicht viel sagen, ausser: Der Typ produziert Dub-Techno als wäre er im Hardwax gezeugt worden. Seit 2007 releast Sven Schienhammer auf Labels wie Styrax Leaves, Meanwhile und dem Copenhagener Label Echocord, auf dem nun auch sein Debutalbum "Cauldron Subsidence" erscheint, welches in die Fußstapfen von Größen wie Basic Channel und Chain Reaction tritt. Quantec's Sound ist repetitiv, tief, verträumt, jedoch weniger düster wie der des Labelkollegen Luke Hess. Die Subbässe wobbern graziel, die Vocalfetzen fliegen durch den Raum, verebben wieder; die Chords klingen warm und haben ein Volumen wie frisch aufgeschüttelte Daunendecken, wodurch hörbar wird, dass hier mit analogen Gerätschaften hantiert wurde. So darf der Herbst beginnen, so muss der Herbst klingen!

Trackliste:

01. Absolute Level
02. Deep Rooted
03. Profound Experiences
04. Fall Into Oblivion
05. Obstacles
06. Satisfied
07. Magic Potion
08. Pandemonium
09. Transmitters
10. Plateau

Quantec, New Album "Cauldron Subsidence" VÖ - 2009 - 10 - 12

Marek Hemmann, New Album "In Between" (Freude Am Tanzen)


Obwohl Kollege Obkircher (Falter, The Gap, u.a.) bereits das Ende des Techno-Albums prophezeit hat, kamen dieses Jahr auf diversen alteingesessenen Labels die eine oder andere LP heraus. Nun wagt dies auch "Freude am Tanzen" und veröffentlicht das erste hauseigene Album und zwar von Marek Hemmann, der die eine Hälfte des legendären Produzenten-Duos "Hemmann & Kaden" bildet. Was dieser hier geschaffen hat, ist alles andere als stupider 0815 House, sondern derart fassettenreich, dass man beim Hören nicht stillhalten kann: Von klassischem Dub-Epos, über geniales Gefreakle bis hin zu Bläseraction und das alles perfekt gesampelt und arrangiert. Die vorab erschienene Sommer-Hymne "Gemini" darf auf dem Longplayer natürlich auch nicht fehlen. Somit ist "In Between" mehr als nur dazwischen, sondern mitten drin.


Trackliste:


01 Alias
02 Tagoma
03 Kaleido
04 Compass
05 Inessa
06 Gemini
07 Yvette
08 Swarm
09 Ntmyt
10 Down


Marek Hemmann, New Album "In Between" VÖ - 2009 - 10 - 26



2009-09-22

Dinky, New Album "Anemik" (Wagon Repair)




Erst letztes Jahr erschien Alejandra Iglesias aka Dinkys drittes Album “May Be Later“ auf Vakant, schon werden wir mit dem nächsten - namens “Anemik“ - beglückt. Die Dame zieht dort sämtliche Register des Minimalhouse, auf eine derart unglaublich sympathische Art und Weise, wie es dieses Jahr nur bei Mayaan Nidams Albums “As long the night is on our side“ der Fall war. Abwechslungsreiche Rhythmusstrukturen und Dinkys Affinität zur Latinfolklore sind die gewisse Prise Salz in der gegenwärtigen Techhouse-Suppe. Dazu kommt, dass die gebürtige Chilenin ihre Herkunft und die Eindrücke von internationalen Dj-Gigs wie ihr Leben in Berlin (Wo sonst?!) der Hörerschaft wunderschön aufbereitet. Damit versprüht sie auf “Anemik“ einen derartig sexy-groovenden Charme, der einen fast erröten lässt. Be- und verzaubernd.


Trackliste:

1. Childish
2. Romaniks
3. Westoid Feat. Updates
4. Gold Fishes
5. Rain Fallic
6. Anemik
7. Glacial
8. Ceramik
9. Glassic
10. Skyped
11. Epilepsia
12. Fadik
13. Nocturnal

Dinky, New Album "Anemik" (Wagon Repair) VÖ - 2009 - 10 - 05

(P.S.: Ihr neuester Mix kann hier gehört werden!)

2009-09-18

Daniel Meteo, New Album "Working Class" (Shitkatapult)


Der Titel des zweiten Soloalbums "Working Class" von Berlins Hans Dampf in allen Gossen Daniel Meteo irritiert beim Hören: Irgendwo zwischen House und Electronica liefert der Autor dieser elf Stücke eher eine Art Gemälde, das schwer, dunkel, und tief wirkt. Alles andere als musikalischer Fordismus eben. Dazu kommt, dass "Working Class" altmodisch und bourgeois klingt, teils auf eine Moodymanneske Weise. Daniel Meteo ist bestimmt nicht der Typ, der irgendwelchen Trends hinterher läuft, geschweige denn versucht welche zu erzeugen. Dadurch setzt er sich eine Stufe höher und offeriert mit seinem zeitlosen Werk die Antwort auf den momentanen Minimaldeephousehype. Das zeugt von wahrer Größe und guter Selbsteinschätzung. Alles andere war auch nicht zu erwarten.

Trackliste:

1. The Beat Of The Heart
2. Return Of The Pure
3. Charlie
4. Working Class
5. On The Corner
6. Grace
7. Signals
8. In The Mood
9. Schön feddich
10. Reclam
11. Opener

Daniel Meteo, New Album "Working Class" (Shitkatapult) VÖ 2009 - 10 - 02


2009-09-16

Seth Troxler - Panic, Stop... Repeat (Spectral Sound)




Niemand kommt momentan an Seth Troxler vorbei - steht er doch für die nächste Generation der Detroit-Techno Bewegung in Sachen Deepness. Seitdem seine Homebase Wolf+Lamb bei Ghostly International ist, lässt es sich auf dem Label, besser gesagt auf dem Sublabel Spectral Sound auch leicht releasen. Mit "Panic, Stop... Repeat" erhält man auch gleich den vorab erschienen Geheimtipp "Hurt", der gemeinsam mit Mastermind Matthew Dear aka Audion enstanden ist. Ganz schön deep und sexy wie man es von Seth Troxler halt gewohnt ist. Der Titeltrack klingt mechanischer mit seiner simplen Bassline und diesem oldschool-sci-fi Synth. Der Paco Osuna Remix schlägt eine housigere Richtung ein, die an die Tiefe des Originals aber nicht herankommt. Die "Sleepover Beats" Version von "Panic, Stop... Repeat" schlängelt sich gekonnt um das gehauchte Gestöne und die Synthline über dem Drumloop ist der Lift auf Wolke sieben.

Trackliste:
01 Panic, Stop, Repeat (Original Mix)
02 Hurt feat. Matthew Dear
03 Panic, Stop, Repeat (Paco Osuna Remix)
04 Panic, Stop, Repeat (Sleepover Beats)

Seth Troxler - "Panic, Stop... Repeat" - VÖ - 2009 - 09 - 15


2009-09-15

Fuckpony, New Album "Let The Love Flow" (Bpitch Control)



Wer sonst als Jay Haze sollte sich hinter einem Alter Ego wie Fuckpony verstecken. Sein erstes Album unter diesem Synonym erschien noch auf Get Physical; “Let The Love Flow“ nun auf Bpitch Control, was sowohl ihm als auch seinem neuen Werk besser steht. In Zeiten, wo hinter jeder Ecke einer „Jack“ brüllt, tut es gut, wenn jemand House als Futurismus und Chicago samt Herz definiert. Was passagenweise nach kitschigem Mädchentech klingt, ist die feminine, einfühlsame Seite von Jay Haze, von der er aus die gesamte Leidenschaft seines Schaffens zu Tage fördert: Jeder Sound wurde vom umtriebigen Haze selbst eingespielt. Seine Handschrift ist klar erkennbar, wenn auch ungewöhnlicher als sonst, wie man an den Melodien und Synthlines erhören kann. Ein Album für verliebte Raver und ravende Verliebte für die private Afterhour.

Trackliste:

01 R U Feeling Abroad
02 I'm Burning Inside
03 I know It Happend (feat. Chela Simone)
04 Real Love Is Forever
05 Orgasm On The Dancefloor
06 Fall Into Me (feat. Chela Simone And Laila Tov)
07 A Pills Medley
08 You Can't Touch But Feel Free To Look
09 Always Sunday
10 Let The Love Flow

Fuckpony, New Album "Let The Love Flow" (Bpitch Control) VÖ - 2009 - 10 - 23


Matias Aguayo, New Album "Ay, Ay, Ay" (Kompakt)


Nach den Projekten Broke und Closer Musik, seinem Debutalbum "Are You Really Lost" und zwei 12" auch Souljazz kehrt Matias Aguayo zurück zu Kompakt. Das Album "Ay, Ay, Ay" ist eine Mixture aus popaffinen Tracks mit dem Gefühl des Spätsommers in Buenos Aires, wo ein Teil der Stücke aufgenommen wurde (der Rest in Paris und Santiago de Chile). Matias stammt ürsprünglich aus Chile und lässt dies auch auf "Ay, Ay, Ay" hörbar einfließen, aber völlig anders als ein Luciano oder Mademoiselle Dinky es mit ihren letzten Alben taten: Zurückhaltend, relaxt mit einem angedeuteten Augenzwinkern. Besonders auffallend ist, dass Aguayo sehr viel mit seiner eigenen Stimme arbeitet und diese gekonnt einbaut. Kein Wunder, dass er schon als der nächste Gui Boratto gehandelt wird.

Trackliste:

01 Menta Latte
02 Ritmo Tres
03 Rollerskate
04 Desde Rusia
05 Ritmo Juarez
06 Koro Koro
07 Mucho Viento
08 AY AY AY
09 Ay Shit – The Master
10 Me Vuelvo Loca
11 Juanita

Matias Aguayo, New Album "Ay, Ay, Ay" (Kompakt) VÖ 2009 - 10 - 26

2009-09-10

Peter Grummich - Elevation Funk EP (District of Corruption)


Peter Grummich ist nicht bloß ein Eins-A-Produzent, sondern auch einer der Eigenständigsten heutzutage. In den 90ern verband man seinen Namen mit Kompakt und Sender, aber mittlerweile hat Grummich auf beinahe allen wichtigen Elektronik-Labels in Europa releast. Sein neuerstes Werk erscheint auf District of Corruption. Auf der A-Seite schwingt sich der Track "Segeltuch" düster und verschlissen um die Gehörgänge: Eine klotzige Snare, simplifizierte Hi-Hats und eine dub-stylig delayte Synthline sind die Markenzeichen. Die B-Seite wartet mit "Elevation Funk" einem super-sexy Housetrack auf. Da hört man den Unterschied zwischen Bedroom-Ableton-Preset-Produzenten und wahren Könnern ihres Metiers, wie Grummich einer ist. Grandios!

Trackliste:
A1. Segeltuch
B1. Elevation Funk

Peter Grummich - Elevation Funk EP (District of Corruption) VÖ 2009 - 09 - 28

2009-09-08

Various Artists, New Compilation "Munich Disco Tech Vol.4" (Great Stuff)

Etwas älter. Aber immer noch klasse und sogar mit Beteiligung der ETForce. Auf dem Münchner Böllerlabel Great Stuff (Lützenkirchen, Gregor Trescher, Martin Eyerer, Namito, etc) wurde vor Kurzem "Munich Disco Tech Vol.4" veröffentlicht. DJ Dariush und DJ Da legen dabei eine kleine, lästige Bauernfängermelodie aus. Aber dafür haben es Coyu & Edu Imbernon (Minimal mit Schub und geloopten Housevocal-Fragmenten) und Fuxblut (kühl und hypnotisch eiernder Track mit Produktionsraffinesse) in sich. Definitive Empfehlung in eigener und fremder Sache. Tomcraft, Laurent Garnier, Butch, Djuma Soundsystem, Groove Armada und President Bongo von GusGus spielen die Tracks ohnehin schon längst.

Various Artists, New Compilation "Munich Disco Tech Vol.4" (Great Stuff / Intergroove), VÖ: 2009-07-17 (Vinyl soeben erst erschienen!)

2009-09-06

Hudson Mohawke, New Album "Butter" (Warp)

Was scheppert denn das so gaga-dada-artig zur Tür herein? Hudso Mohawke juckt es gewaltig in den Fingern und der Hose. Deshalb lässt er 16 Tonnen Breaks, zerstückelte und auch besselte Vocals und einen Hagelschauer an Synthspitzen losfahren, damit sie für ihn die Welt erobern. Das ist manchmal etwas übertrieben avnaciert und hüpft der offensichtlichen, musikalischen Lösung immer drei Hackenschläge weit davon. Irgendwie wird das aber doch von den Melodien zusammengehalten. Zwischen Dorian Concept, Tim Exile und Squarepusher posiert hier ein arges Talent mit 18 genialischen Tracks. Den Weg aus der Nische stünde Hudson Mohawke noch ganz gut.


Ein gratis MP3 ist auch im Paket:
http://warp.net/scr/download.php?id=734

Hudson Mohawke, New Album "Butter" (Warp), VÖ: 2009-10-16

2009-09-04

VARIOUS ARTISTS - MAGICBAG SAMPLER 1 EP (MAGICBAG)


Äh – wow! Die erste EP des neuen britischen Labels Magicbag setzt die Latte ungefähr zehn Meter hoch und verspricht Großes für die Zukunft. Dan Blackledge, Mark Caramelli & Paul Hargreaves aka Death On The Balcony und Simon Lister von People Get Real lauten die Namen der Herren, die hinter dem Projekt stehen. Letzterer steuert mit seinem Partner in crime Peter Wilson „Robin Hood“ bei, einen darken Techno-Track, der in seiner deepen Langsamkeit eine hypnotische Wirkung entfaltet und unter den Händen von Crosstown-Rebels-Liebling Jamie Jones einen noch stärkeren Sog zum schwarzen Loch namens Dancefloor entwickelt. Der schon vor längerem auf Myspace positiv aufgefallene Ewan Smith aka Youandewan geht es minimaler an; sein Track „Thumbsucker“ spielt mit trockenen Percussionsounds und verhalltem, groovigem Bass. Achtung Achtzig schließlich benutzen kreisende analoge Synthie-Sounds, um eine Disco-Atmosphäre zu schaffen, wie man sie sich schöner und einnehmender nicht wünschen kann. Viel wäre noch zu sagen – schon an der verhältnismäßigen Länge dieser Zeilen kann man ablesen, welchen Eindruck diese Platte hinterlassen kann. Es sei noch einmal mit Nachdruck gesagt: Der erste Magicbag Sampler besteht aus vier mal sieben Minuten Dancefloor-Krönung, jeder einzelne Moment davon dazu gemacht, zum Höhepunkt einer Nacht zu werden.

1. People Get Real - Robin Hood
2. People Get Real - Robin Hood (Jamie Jones remix)
3. Youandewan - Thumbsucker
4. Achtung Achtzig - Lost In Translation

Alle Tracks kann man auf der Myspace-Seite des Labels nachhören.

Various Artists - Magicbag Sampler 1 EP (Magicbag) VÖ 2009-09-21

2009-09-03

Luciano, New Album "Tribute To The Sun" (Cadenza)


'Tribute To The Sun' ist der Titel des zweiten Albums von Cadenza-Labelchef Luciano. Der in der Schweiz lebende Chilene hat an seinem neuen Longplayer ganze vier Jahre lang gearbeitet - das hört man. Hier ist jeder noch so kleine Sound perfekt ausgearbeitet, was im Genre Minimal-House auch nicht unüblich ist. Für Kenner von Luciano und seinen extravaganten DJ-Sets ist der übliche perkussive Charakter unverkennbar herauszuhören, als auch die musikalischen Wurzeln seiner Heimat, sowie Höhen und Tiefen die ein Leben als international gefeierte Star-DJ mit sich bringen. Hier geht es vordergründig nicht so sehr um den Club, sondern um ein Album, das in seiner Gesamtheit gehört werden will. Leider wirkt es streckenweise auch durch die verwendeten Stilmittel eher monoton. Ein absoluter Bonus ist jedoch die bei der CD inkludierte DVD, auf der das Tourleben Lucianos abgebildet ist. Dann versteht man auch wieder, warum ein Dasein im Rampenlicht nicht immer ein Zuckerschlecken ist und ein Album eines Star-DJs auch mal so ausfallen kann.

Trackliste:

01 Los Ninos de Fuera
02 Celestial feat. Liberty by Keren Ann
03 Sun, Day and Night feat. Martina Topley-Bird
04 Conspirer
05 Hang For Bruno
06 Fran Left Home
07 Africa Sweat feat. Ali Boulo Santo
08 Pierre For Anni
09 Metodisma
10 Oenologue

Luciano, New Album "Tribute To The Sun" (Cadenza) VÖ 2009-10-12

2009-08-31

Tama Sumo, New Mix "Panorama Bar 02" (Ostgut Ton)



If house is a nation....dann wäre Tama Sumo nach diesem Mix mindestens eine Präsidentschaftskandidatin mit Siegeschancen! Was den neuen Panorama Bar-Mix betrifft, fällt es einem wiedermal schwer seine Bewunderung in Grenzen zu halten. Ähnlich einem Meister-Schmied schafft Tama Sumo es aus unterschiedlichsten Tracks einen deepen, organischen, treibenden und in den richtigen Momenten upliftenden House-Mix zu modellieren, der zeigt warum gerade sie ein Panorama Bar-Resident-DJ ist. Ich, für meinen Teil werde nun Flugtickets buchen und mein Glück in der Pannebar suchen!

Trackliste:

01. Tin Man – Constant Confusion
02. John Daly – Birds
03. Nina Kraviz – Voices (Jenifa Mayanja Remix)
04. Steffi – 24 Hours (Exclusive)
05. Lerosa – Plesso (Exclusive)
06. Prosumer & Murat Tepeli – U & I
07. John Roberts – Blame
08. Trus’ Me – W.A.R. Dub
09. Kassem Mosse - Zolarem
10. Shed – Stiff Job (previously unreleased)
11. Newworldaquarium – Trespassers (Redshape Trespassed Mix)
12. Mike Huckaby – Wavetable No.9
13. XDB – Jet
14. Levon Vincent – Late Night Jam (Exclusive)
15. Lucretio – Good Words
16. The Oliverwho Factory – Together
17. Basic Soul Unit – Things Pass (Exclusive)
18. Marcus Mixx – Without Makeup (Ron Hardy Mix)
19. Ost & Kjex – Continental Lover
20. Tama Sumo & Prosumer – Alien Mutts (previously unreleased)
21. Soundstream – All Night (previously unreleased)

Tama Sumo, New Mix "Panorama Bar 02" (Ostgut Ton / Kompakt) VÖ 2009-10-19

2009-08-27

The Royal We - Party Guilt (Crosstown Rebels)

Das Rätselraten um die Hintermänner von 'The Royal We' findet nun endgültig ein erfreuliches Ende! Die zwei Jugendfreunde und neuen Techno-Shootingstars aus Detroit Seth Troxler und Shaun Reeves haben sich mittlerweile beide in Berlin eingefunden und machen neuerdings mit Hector (Phonica) gemeinsame Sache unter dem obengenannten Namen. Heraus kommt dabei ein funky Cocktail aus perlendem Chicago-House, lockeren Speech-Vocals und einem Schlagobers-Häubchen aus Berliner Minimaltechno-Versatzstücken. Prädestiniert zum DJ-Favouriten ist die Platte nicht nur durch die absolut stimmigen Überarbeitungen von Berlins Techno-Grande Dame Dinky und ihrem Lebensabschnittspartner Matt Styles sondern auch durch die Grundaussage der Vocals. Es geht ganz salopp um oberflächliche Partygäste die immer nur fordern aber nicht bereit sind etwas zurückzugeben oder der Feier beizusteuern. Wenn man kontroversielle Themen so stimmig und knackig verpackt sind sicher sogar die angeprangerten Clubgänger begeistert.

Trackliste:
1.) Party Guilt
2.) Party Guilt (Acapella)
3.) Party Guilt (Matt Styles Remix)
4.) Party Guilt (Dinky's Arp-a-pella)

The Royal We - Party Guilt (Crosstown Rebels / Kompakt) VÖ 2009-09-28 (Vinyl) bzw. 2009-10-12 (Digital)

2009-08-18

Dixon, New Album-Mix "Temporary Secretary" (Innervisions)

Oh Gott, ich möchte so auflegen können. Nun ja, ganz so aus dem Handgelenk schafft das auch Innervisions-Chef Dixon seinen perfekten Mix nicht. Er setzt nicht einfach den Originaltrack, sondern Einzelspuren und nicht verwendete Remix-Elemente in einer speziellen Matrix neu zusammen. Und er inszeniert dabei Techno als hypnotische Reise durchs Ich, versetzt mit kühlem Funk und House. Eine Tracklist hat sich hier eigentlich überholt. "Temporary Secretary" ist das fehlende Verbindungsglied zwischen Artist-Album und Mix. Ein Weg in die Zukunft und gleichzeitig hinein in die schillernde Nacht.

Tracklist:
01. Icasol – Ongou
02. Fever Ray - If I Had a Heart
03. Roland Bocquet – Exotique / Âme – Tube Beat
04. Jazzanova - Let Me Show Ya (Henrik Schwarz Remix) / Daniel Paul - Something About You (Instrumental)
05. Precious System - The Voice From Planet Love / Ben Klock - In a While
06. Junior Boys - Hazel (Ewan Pearson's House Mix)
07. Butane - Inferno Jack (Kalabrese Remix)
08. Peter Kruder - Law Of Return
09. Kiki - Good Voodoo (Visionquest Remix)
10. Code 718 - Equinox (Henrik Schwarz Mix)
11. The Machine – Fuse
12. Cortney Tidwell - Watusii (Daphni remix)
13. Ame – Setsa
14. Tokyo Black Star – Sepiaphone

Dixon, New Mix "Temporary Secretary" (Innervisions) VÖ 2009-10-13

2009-08-11

Jamie Jones, New Album "Don't You Remember The Future" (Crosstown Rebels)


So klingt es wirklich, wenn George Clinton und Kratfwerk in einem Lift stecken bleiben. Auf Jamie Jones' Debütalbum führt der Turbogrubenlift vom innersten Ghetto über Wüsten und Turining Tables nach Mexico und Weltraumbars. Hier schaffen ganz deeper House und ganz deeper Funk gemeinsam eine elektrifizierte Anderswelt, in der tiefergelegten Bässen und Sci-Fi-Konzepten gehuldigt wird. Zu Gast auf dem Album sind unter anderem Egyptian Lover, Alison Mars und das norwegische Duo Ost & Kjex. So hat aufregende Dancemusic aus dem Gestern und Heute für das Morgen zu klingen. Großartig das.

Jamie Jones, New Album "Don't You Remember The Future" (Crosstown Rebels), VÖ: 2009-08-31

2009-08-04

Ian Simmonds, New Album "The Burgenland Dubs" (Musik Krause)


Ian Simmonds ist ein musikalischer Brückenbaumeister von denen es all zu wenige gibt. Er versteht es die Essenz der "Worldmusic" in zeitlose Stücke zu verpacken, die pure Ehrlichkeit vermitteln, ohne große Referenzen auf afroamerikanische Musikstile, was einem vielleicht beim ersten Drüberhören in den Sinn kommt. Simmonds taucht tiefer ab und verbindet dort unten traditionelle Instrumente mit elektronischer Klangkultur, das gestern mit heute bis in die Ewigkeit. Anspruchsvoll und doch leichtfüssig hören sich die dreizehn Stücke an. Ein Album dessen Urbasis im Funk und Jazz liegt - durchwachsen von zeitgenössischer Moderne. Dies erklärt dann auch den Titel "Burgenland Dubs": Simmonds mietete sich vor zwei Jahren in der Burg Wendelstein ein. Dort entstand dieses Album.

Trackliste:
1. Non Military Intro
2. Sands Of Tunis
3. The Esel
4. Rootz (Album Version)
5. The Castle Dub
6. Diver
7. Speak
8. The Dog
9. Kon 1
10. Downhome
11. Dance Of Dances
12. According Too
13. Wendelstein Variations (Album Version)

Ian Simmonds - The Burgenland Dubs (Musik Krause) - VÖ 2009-08-10

2009-08-03

Mary Anne Hobbs, New Compilation " Wild Angels" (Planet Mu)

Mary Anne Hobbs - ihres Zeichens Dubstep-Queen und BBC1 Moderatorin kompilliert bereits zum dritten Mal die von ihr selbst so bezeichneten "Futursounds" mit mehr Bass, die sich so gar nicht kategorisieren lassen. Um sich ein Ohr davon zu machen, hier noch ein Preview von der bevorstehenden Compilation:

Wild Angels from LuckyMe on Vimeo.

Tracklist
1. Mark Pritchard – ?
2. Hudson Mohawke – Spotted
3. Mike Slott – Knock Knock
4. Brackles – LHC
5. Gemmy – Rainbow Rd.
6. Untold – Discipline
7. Tranqill – Payroll (Paul White’s Clean Dub)
8. Architeq – Sleeping Bear Lament (TAKE Remix)
9. Rustie – Zig-Zag
10. Mono/Poly – Red And Yellow Toys
11. Hyetal – We Should Light A Fire
12. Starkey – Gutter Music V.I.P.
13. Darkstar – Videotape
14. Floating Points – Esthian III
15. Sunken Foal – Of Low Count And Light Pocket
16. Teebs – WLTA
17. Nosaj Thing – IOIO
18. Legion Of Two – And Now We Wait

Mary Anne Hobbs - Wild Angels (Planet MU) - VÖ 2009-09-07

2009-07-31

Various Artists, New Compilation "Soma Coma Part 3" (Soma Recordings)


Soma Recordings ist ein schottisches Label, das seit Jahren nicht nur Dancefloor-Schieber-Tracks unter die Leute und DJs bringt, sondern sich auch einer atmosphärischen Spielart von Techno und House mit einem leichten und melodischen Detroit-Techno-Einschlag annimmt. Auf dem dritten Teil ihrer augenzwinkernd betitelten Sampler-Reihe "Soma Coma" widmen sie genau diesem Sound zum wiederholten Male eine Compilation. Als Wiederholungstäter ist Soma Recordings in diesem Fall nicht anzuprangern, sondern eher zu loben! Neben den obligatorischen Hits wie The Black Dog's "Train by the autobahn (Part 1)" graben sie sich abermals durch und tief in ihren Back-Katalog hinein und bescheren uns einen neuerlichen Blick auf so manches Non-Dancefloor-Schmankerl ihres Outputs. Nicht wirklich etwas für die Füße, aber für die Ohren und die Seele. Wo viele Clubber ob der teilweise nicht vorhandenen Beats "Langweilig!" rufen, trällern die Zungen der Liebhaber und Connaisseure ähnlich wie der degenerierte Mörbisch-Wastl Harald Serafin "Wunderbaaar!"

(P.S.: Anspiel-Tipp: Alex Smoke - Prima Materia)

Various Artists, New Compilation "Soma Coma Part 3" (Soma Recordings) VÖ 2009-08-03

2009-07-27

Alland Byallo, New Album "Brick By Brick"

An diesen Sound wird man sich gewöhnen müssen: Vuvuzelas geben einen konstant lauten, schwirrenden Ton von sich, dem man bei der Fussbal-Weltmeisterschaft in Südafrika noch häufig begegnen wird. In "Casual Sex" vom kommenden Album "Brick By Brick" des Kaliforniers Alland Byallo segelt genau so ein nervöses flatterhaftes Getier durch den Track. Darüber liegt in diesem Fall zwar leicht verzichtbares Weltall-Gedösel, aber trotzdem setzen dabei lustige, hypnotische Traumsequenzen ein. Dem ganzen Album fehlen sonst einige handfeste Beatziegel um neben, unter und über all der technisch-minimalen Finesse wirklich begeistern zu können.

Alland Byallo, New Album "Brick By Brick" VÖ: 2009-09-27

2009-07-24

Chromeo, New Mix "DJ Kicks" (K7)

Angeblich hat sich der DJ-Kick von Kruder und Dorfmeister aus dem Jahr 1996 über zwei Millionen Mal verkauft. Davon lebt es sich zwar nicht ganz so gut wie Hugh Grant im Film "About A Boy" (dort als alternder Playboy, der von den Tantiemen eines Weihnachtshits seines Vaters zehrt) - aber einige Pensionen lassen sich damit auch auffetten. Die DJ-Kicks-Serie war jedenfalls lange eine der beliebtesten Mixages von Skopje bis Stavanger. Nun ist sie nach zwei Jahren Pause wieder da. Und wie. Chromeo, das arabisch-jüdische Tag-Team aus Los Angeles, verlängert seinen Electro-Disco-Hybrid mit beleuchtetem Hip Hop-Unterboden nun für das Berliner Label !K7 für die Dauer eines Mixes. Darauf werden vor allem die historischen Impulsgeber aus Siebzigern und Achtzigern in ein stimmiges Ganzes gegossen - und dabei bekommt man das für Chromeo typische, golden blitzende Lächeln einfach nicht und nicht aus dem eigenen Gesicht.

Chromeo, New Mix "DJ Kicks" (!K7) VÖ: 2009-2010

2009-07-21

Ivan Smagghe, New Album "Live at Robert Johnson Vol.3"

Wenn das so weitergeht, dürften bald DJs in der Offenbacher Ur-Club-Discokugel "Robert Johson" gratis auflegen, nur um eventuell Teil dieser zweifelsohne großartigen Live-Serie zu werden. Für den Club selbst ist der inzwischen dritte Mix nach Chloé und Prins Thomas ohnehin eine eindeutige Herzeige-Visitenkarte. Der sonst auch für recht schnöde, geschmäcklerische Wave-Techno-Ware bekannte Ivan Smagghe hat sich diesmal live verewigt. Und er zeigt wohin die Reise nach Minimal und Retro-Space-Italo-Whatever-Disco gehen kann. Nein, lass mal die 90s-Dancefloor-Pianos stecken. Hier stimmt Dynamik, Schubkraft, Ladephasen und die Auswahl der Tracks sowieso. Dass der Mix im Wohnzimmer und in der ohrenbetäubenden Sitzdisko gleichermaßen funktioniert, versteht sich von selbst.

01 Gary Beck Drifting (Original Mix)
02 Two Banks of Four Junkyard Gods (Tribute To Sadkin Dub)
03 Eddie Zarook & Casio Casino Was
04 In Flagranti Efx 10-11
05 Entertainment U 1988 (Kruton Remix)
06 Royksopp Happy Up Here (Holy Fuck Re-Interpretation)
07 It's A Fine Line Never Go With A Hippie To A Second Location
08 Wighnomy Bros. Exvola Stupp
09 Seymour Bits Watskeburt (Original Instrumental Version)
10 Ryan Davis Spicyal Sound
11 Battant The Butcher (Marc Houle Remix)
12 Loin Brothers Heavy Helmet (Mock & Toof Remix)
13 Dark Day No, Nothing, Ever
14 Rheingold Dreiklangsdimensionen

Ivan Smagghe, New Album "Live at Robert Johnson Vol.3" VÖ: 2009-09-21

2009-07-20

Discovery, New Album LP (XL Recordings)

Ein nachgetragener Sommerrelease: Discovery ist das Soloprojekt von Rostam Batmanglij - seines Zeichens Keyboardist der großartigen Vampire Weekend. Seine Handschrift taucht immer wieder in den quer gesetzten, synkopischen Popmelodien auf, die in eine zieselig-elektronische Panier gesteckt wurden. Mit dem Namen stellt man sich gleich einmal in die erlauchte Tradition von Daft Punk und des Electric Light Orchestra. Ein besonderes (sentimentales) Highlight ist das Cover von Jackson 5s "I Want You Back": das verhallte Solo-Gefrickel hat sich mit Popfeeling vollgesogen. Vor 10 Jahren hätte solche Musik die Welt gerettet - heute rettet sie die Woche.

Discovery, New Album LP (XL Recordings), VÖ 2009-07-03